Der Ökonom Jens Südekum hält höhere Steuern für Spitzenverdiener für notwendig, um eine Einkommensteuerreform gegenfinanzieren zu können. In einem Gastbeitrag für das "Handelsblatt" (Mittwochausgabe) plädiert er dafür, Entlastungen auf kleine und mittlere Einkommen zu konzentrieren und zugleich Spitzen- und Reichensteuersätze anzuheben.
Höhere Spitzensteuern als „zwingend erforderlich“
Der Ökonom Jens Südekum rechnet damit, dass zur Gegenfinanzierung einer Einkommensteuerreform höhere Steuern für Spitzenverdiener unverzichtbar sind. „Eine realistische Option zur Gegenfinanzierung sind höhere Spitzen- und Reichensteuersätze“, schreibt Südekum in einem Gastbeitrag für das „Handelsblatt“ (Mittwochausgabe). Dieses Element sei „zwingend erforderlich“, wenn die geplante Entlastung auf kleine und mittlere Einkommen konzentriert bleiben solle.
Südekum ist Chefberater von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD). Er begründet seinen Vorstoß mit der angespannten Haushaltslage. Eine Senkung der Einkommensteuersätze in den unteren Progressionszonen werde zu geringeren Steuereinnahmen führen. „Zur Wahrheit gehört aber auch: Diese Impulse werden alleine zur Gegenfinanzierung nicht ausreichen“, schreibt er mit Blick auf mögliche Wachstumswirkungen der Reform im „Handelsblatt“.
Kritik an pauschalen Sparappellen
Zugleich hält Südekum pauschale Sparappelle für nicht ausreichend. Der Hinweis, Steuerausfälle ließen sich durch Subventionsabbau und geringere Verwaltungskosten ausgleichen, sei unrealistisch. „Denn Sparen ist immer konkret“, argumentiert er im „Handelsblatt“. Eine Liste mit spezifischen zusätzlichen Einsparvorschlägen suche man bislang vergeblich.
Option für Personenunternehmen
Das Argument, höhere Steuern für hohe Einkommen träfen auch Personenunternehmen, weist der Ökonom zurück. Diese hätten schon heute die Möglichkeit, sich im Rahmen des Optionsmodells wie Kapitalgesellschaften besteuern zu lassen. Der Staat könne diesen Wechsel noch unbürokratischer gestalten.
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