Die Grünen im Bundestag drängen auf eine umfassende nationale Bildungsoffensive und haben dazu einen Antrag vorgelegt, über den am Donnerstag im Bundestag abgestimmt werden soll. Zentrale Forderungen sind ein verpflichtendes und beitragsfreies letztes Kita-Jahr, mehr Personal in Kitas sowie ein kostenfreies Mittagsessen für alle Kinder.
Verpflichtendes und beitragsfreies letztes Kita-Jahr
Die Grünen im Bundestag fordern die Bundesregierung auf, Gespräche mit den Ländern aufzunehmen, um ein verpflichtendes und beitragsfreies letztes Kita-Jahr einzuführen. Dieses solle bundesweite Qualitätsstandards in der frühkindlichen Bildung verankern, heißt es in dem Antrag, über den das Nachrichtenportal T-Online berichtet. Ziel sei es, sicherzustellen, dass alle Kinder unabhängig von ihrer sozialen Herkunft gleiche Chancen auf eine erfolgreiche Bildungsbiografie erhielten.
Darüber hinaus verlangen die Grünen mehr Personal in Kitas, insbesondere in sozial benachteiligten Regionen. Zusätzlich sieht der Antrag ein „kostenfreies, leckeres und gesundes Schul- und Kitamittagessen aus biologischen und regionalen Lebensmitteln“ für alle Kinder vor, beginnend mit Startchancen-Schulen und Kitas in sozial benachteiligten Gegenden. „Bildung dürfe nicht vom Einkommen abhängen“, heißt es in dem Antrag weiter.
Kritik an ungleichen Bildungschancen
Bildungspolitische Sprecherin Anja Reinalter kritisierte gegenüber T-Online, dass die bestehenden Probleme seit Jahren bekannt seien. „Dass die Zukunft von Kindern in Deutschland noch immer so stark vom Elternhaus abhängt, ist nicht hinnehmbar“, sagte sie T-Online. Man messe die Bundesregierung an ihren eigenen Versprechen, so Reinalter weiter.
Qualitätsentwicklungsgesetz und zusätzliche Mittel
Die Grünen fordern die Bundesregierung weiter auf, unverzüglich einen Gesetzentwurf für ein Qualitätsentwicklungsgesetz für Kitas vorzulegen, um die Qualität der frühkindlichen Bildung nachhaltig und umfassend zu verbessern. Verbindliche Sprachstandserhebungen, individuelle Förderangebote, ein besserer Fachkraft-Kind-Schlüssel sowie gezielte Unterstützung für Einrichtungen in sozial benachteiligten Gebieten sollen zentraler Bestandteil dieses Gesetzes sein.
Zur Umsetzung der Maßnahmen und zur dauerhaften Förderung der frühkindlichen Bildung verlangen die Grünen, dass der Bund ab sofort und in den kommenden Jahren jeweils eine Milliarde Euro zusätzlich bereitstellt.
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