Wenn der Unterricht zur täglichen Kraftprobe wird, ist die Politik gefragt. Genau diesen Eindruck gewannen zwei SPD-Landtagsabgeordnete bei ihrem Besuch an der Montessori-Förderschule in Osnabrück. Eingeladen vom Schulelternrat, verschafften sich Kirsikka Lansmann und Frank Henning in der vergangenen Woche ein Bild von der Lage vor Ort – und die hat es in sich.
Ein Blick in den Schulalltag
Schon bei der Hospitation in einer Klasse wurde deutlich, vor welchen Herausforderungen die Schule steht. Schülerinnen und Schüler mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung benötigen intensive Betreuung, individuelle Förderung und verlässliche Strukturen. Doch genau hier stößt das System an seine Grenzen. Im anschließenden Gespräch mit Schulleiter Benno Schomaker sowie den Schulelternratsvertreterinnen Brigitte Pelkmann und Gabriele Lüning wurde die Situation konkret: Es fehlt an Personal, an Ressourcen und an struktureller Gleichstellung mit anderen Schulformen.
Eltern schlagen Alarm
Die Vertreterinnen des Schulelternrates fanden deutliche Worte. Sie machten klar, dass Bildungsgerechtigkeit nur dann gelingen kann, wenn Förderschulen ausreichend ausgestattet sind. Der derzeitige Zustand sei nicht tragbar. Konkret fordern die Eltern die sofortige Schaffung und Finanzierung zusätzlicher Stellen für pädagogische Fachkräfte und Therapeut:innen. Zudem verlangen sie einen gleichberechtigten Zugang zu Förderprogrammen wie „Startklar in die Zukunft“ und dem „Startchancen-Programm“. Auch ein Anspruch auf Ganztagsbetreuung für Schülerinnen und Schüler der Förderschulen steht auf ihrer Liste. Darüber hinaus drängen sie darauf, diese Themen verbindlich in die kommenden Landtagsdebatten und Haushaltsverhandlungen aufzunehmen.
Bildungsgerechtigkeit im Fokus
Auch Benedikt Knillmann vom Landesschülerrat fand klare Worte und forderte nachdrücklich, die bestehende Bildungsungerechtigkeit zu beheben. Einigkeit herrschte in der Runde darüber, dass es nicht nur kurzfristige Lösungen braucht. Vielmehr sei eine verlässliche Planung und eine enge Zusammenarbeit zwischen Schule, Eltern, Trägern und Politik notwendig, um Teilhabe und Bildungsgerechtigkeit langfristig zu sichern.
Die beiden Landtagsabgeordneten nahmen die Eindrücke aus Osnabrück mit nach Hannover. Sie signalisierten, im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv zu werden. Für die Schule ist das ein wichtiges Zeichen – doch ob es reicht, um die Situation nachhaltig zu verbessern, bleibt offen.
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