Die Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, Aydan Özoguz (SPD), fordert vom Präsidenten des Weltfußballverbands (Fifa), Gianni Infantino, ein Einschreiten im Streit um die Einreise eines somalischen Schiedsrichters in die USA. Hintergrund ist die geplante Teilnahme von Omar Artan an der Fußball-WM 2026, dem jedoch die Einreise verweigert wird. Auch der Grünen-Außenpolitiker Boris Mijatovic sieht Fifa und Turnierorganisation in der Verantwortung.
Forderung nach Druck auf die USA
Aydan Özoguz, Vorsitzende des Bundestags-Sportausschusses, kritisiert den Umgang der USA mit dem somalischen Schiedsrichter Omar Artan und richtet ihre Forderungen an Fifa-Präsident Gianni Infantino. Özoguz sagte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND), Infantino müsse jetzt dringend die Einhaltung der dort gemachten Zusagen durch die USA einfordern, statt seinen „Kuschelkurs“ fortzuführen. Die USA hätten mit ihrer Bewerbung als Gastgeberland das „Bid-Book Unity“ akzeptiert, das festlege, dass die Vereinigten Staaten Menschenrechte bezogen auf das Event vollumfänglich respektierten.
Artan ist für die Fußball-WM 2026 als Schiedsrichter vorgesehen und wurde nach Angaben von Özoguz im vergangenen Jahr als bester Schiedsrichter Afrikas ausgezeichnet. Die Einreise-Repressalien der USA beträfen laut Özoguz nicht nur ihn, sondern auch Fans und Teams aus Iran, Senegal und Haiti. „Wir dürfen den Geist der Fußball-WM auf keinen Fall der Willkür des Austragungslandes überlassen. Bereits jetzt ist der Schaden groß“, sagte Özoguz dem RND.
Kritik auch von den Grünen
Auch der Grünen-Außenpolitiker Boris Mijatovic bewertet die Einreiseverweigerung für Omar Artan kritisch. Er bezeichnete sie gegenüber dem RND als „Blamage für den Weltfußball“. Mijatovic nahm ebenfalls die Fifa in die Pflicht: Wenn selbst nominierte Turnierteilnehmer betroffen seien, stehe das im Widerspruch zum Anspruch eines offenen, globalen Sports.
Die Fifa trage Verantwortung dafür, verlässliche und diskriminierungsfreie Teilnahmebedingungen sicherzustellen, sagte Mijatovic dem RND. Es stelle sich die Frage, inwiefern Fifa und Turnierorganisation die bekannten Risiken der US-Einwanderungspolitik bei der Vergabe und Durchführung des Turniers ausreichend berücksichtigt hätten.
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