Mit einer perfiden Lügengeschichte und massivem psychischen Druck haben Betrüger am Mittwoch (3. Juni) eine Seniorin aus Quakenbrück um einen fünfstelligen Bargeldbetrag gebracht. Die Täter gaben sich am Telefon als Überbringer einer dramatischen Nachricht aus – und erreichten damit ihr Ziel.
Falsche Unfallgeschichte am Telefon
Nach Angaben der Polizei erhielt die 70-Jährige zur Mittagszeit einen Anruf auf Russisch. Ein unbekannter Mann behauptete, ihre Tochter habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht. Um eine angeblich notwendige Kaution zu bezahlen und weitere Konsequenzen abzuwenden, müsse sofort Geld bereitgestellt werden. Die Anrufer bauten nach bisherigen Erkenntnissen erheblichen Druck auf. Die Frau glaubte die Geschichte – und entschied sich schließlich, eine hohe Bargeldsumme zu übergeben.
Geldübergabe an der Haustür
Gegen 12:45 Uhr erschien ein bislang unbekannter Mann an der Wohnanschrift der Seniorin in der Haydnstraße und nahm das Geld entgegen. Anschließend stieg er in ein vor dem Haus abgestelltes Fahrzeug und entfernte sich. Die Polizei beschreibt den mutmaßlichen Geldabholer als maximal 30 Jahre alt, sehr schlank und etwa 1,60 Meter groß. Er habe dunkle Haare getragen, sei mit einer Sweatjacke bekleidet gewesen und habe eine dunkle Bauchtasche getragen. Auffällig: Der Mann sprach gutes Russisch. Das Fluchtfahrzeug konnte bislang nicht näher beschrieben werden. Nach ersten Ermittlungen könnte der Geldabholer nicht allein unterwegs gewesen sein.
Polizei hofft auf Beobachtungen
Die Ermittler setzen nun auf Hinweise aus der Bevölkerung. Besonders interessant könnten Beobachtungen aus dem Umfeld der Haydnstraße sein. In unmittelbarer Nähe befinden sich mehrere Schulen – deshalb schließt die Polizei nicht aus, dass Schülerinnen und Schüler auf dem Heimweg etwas Auffälliges gesehen haben. Wer Hinweise zu verdächtigen Personen oder Fahrzeugen geben kann, wird gebeten, sich bei der Polizei unter 0541/327-3303 zu melden.
Die Polizei weist in diesem Zusammenhang erneut darauf hin: Behörden oder Gerichte fordern niemals am Telefon die Übergabe von Bargeld. Wer unter Druck gesetzt wird, sollte Gespräche beenden und Angehörige oder die Polizei direkt kontaktieren.
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