Bei schweren Waldbränden in der südspanischen Region Andalusien sind mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Die Flammen breiteten sich in kurzer Zeit auf nahezu 4.000 Hektar aus und zwangen mehr als 1.400 Menschen zur Flucht aus ihren Häusern und Unterkünften. Die Behörden sprechen von einer „beispiellosen Tragödie“, während die genaue Ursache des Feuers noch unklar ist.
Zwölf Tote und großflächige Evakuierungen
In der südspanischen Region Andalusien sind bei Waldbränden mindestens zwölf Menschen ums Leben gekommen. Das teilte Gesundheitsminister der Region Antonio Sanz am Samstag mit. Die Toten wurden in der Gemeinde Los Gallardos in der Provinz Almeria entdeckt, rund 300 Kilometer nordöstlich von Malaga.
Vier der Opfer wurden nach Angaben der Behörden in ihren Fahrzeugen von den Flammen eingeschlossen und verbrannten. Sieben weitere Personen wurden tot aufgefunden, die vermutlich versucht hatten, zu Fuß zu flüchten. Die Identifizierung der Toten steht noch aus.
Mehr als 1.400 Menschen wurden vorsorglich in Sicherheit gebracht. Auch ein Campingplatz, der nach offiziellen Angaben bislang von den Flammen verschont geblieben war, wurde geräumt.
Mögliche Brandursache und Warnsystem in der Kritik
Die Ursache des Brandes könnte ein abgerissenes Stromkabel gewesen sein, das in die ausgetrocknete Vegetation fiel. Rettungskräfte erhielten über 150 Anrufe von Bürgern, die den Brand meldeten. Zeugen gaben an, dass ein herabgefallenes Kabel den Brand ausgelöst habe. Diese Berichte konnten von den Behörden zunächst nicht bestätigt werden.
Ein Alarm über das Handynetz, der die Menschen in der betroffenen Region hätte warnen können, wurde nicht ausgelöst. Experten rieten laut offiziellen Angaben davon ab, da verschiedene Warnungen gleichzeitig nötig gewesen wären, was technisch nicht möglich gewesen sei.
Großeinsatz der Rettungskräfte
Über 460 Einsatzkräfte, darunter Feuerwehr, Waldbrandspezialisten und die Katastrophenschutzeinheit des spanischen Militärs, bekämpfen das Feuer, das sich schnell auf fast 4.000 Hektar ausgebreitet hatte. Der regionale Gesundheitsminister sprach von einer „beispiellosen Tragödie“.
König Felipe VI. und Ministerpräsident Pedro Sánchez äußerten ihr Mitgefühl und ihre Dankbarkeit gegenüber den Einsatzkräften.
