Die Zahl der Firmengründungen in Deutschland stieg 2025 auf gut 171.000 – ein Plus von über 20.000 gegenüber dem Vorjahr. Doch fast vier von zehn Gründungsinteressierten handeln vor allem aus Sorge um ihren Arbeitsplatz, wie ein noch unveröffentlichter DIHK-Report zeigt.
Mehr Gründungen, aber weniger Aufbruchstimmung
Zwischen 2010 und 2020 lagen die Gründungszahlen im Schnitt noch etwa 100.000 höher als 2025. Der aktuelle Anstieg basiert laut Report der Deutschen Industrie- und Handelskammer (DIHK) auf rund 200.000 Kontakten mit angehenden Unternehmern aus Beratungen, Gründungsveranstaltungen und Einstiegsgesprächen. Die Befragung der rund 350 IHK-Existenzgründungsberater aus 79 Kammern fand im Frühjahr 2026 statt.
Die DIHK erklärte: "In den Beratungsgesprächen spielt immer häufiger nicht nur der Wunsch nach unternehmerischer Selbstständigkeit eine Rolle, sondern auch die Sorge um die eigene berufliche Zukunft. Das ist ein zentrales Ergebnis des DIHK-Reports Unternehmensgründung 2026".
IHK-Berater registrieren bei einem wachsenden Teil der Geschäftskonzepte Defizite, vor allem bei Finanzierung und kaufmännischer Planung. 73 Prozent der Gründer wünschen sich einfachere Regeln, 61 Prozent ein einfacheres Steuerrecht – beides die meistgenannten Hürden.
DIHK-Präsident Peter Adrian sagte: „Unser Report zeigt zwar ein steigendes Gründungsinteresse, aber keinen breiten unternehmerischen Aufbruch. Das passt leider zur weitgehend stagnierenden Wirtschaftsentwicklung“. Fast vier von zehn Interessierten wollten in erster Linie gründen, weil sie angesichts der wirtschaftlichen Lage und der Transformation in vielen Branchen um ihren Arbeitsplatz fürchteten. Adrian bemängelte, die Gründung sei oft „eher eine Ausweichstrategie als der feste Wunsch, als Unternehmerin oder Unternehmer neue Marktchancen zu erschließen“