Die Linken-Politikerin Anne Zerr übt scharfe Kritik an der Entwicklung der Sonn- und Feiertagsbeschäftigung. Die Zahl der genehmigten Ausnahmen habe sich seit 2015 mehr als verdoppelt, während die Kontrollen bundesweit zurückgehen.
Steigende Verstöße und sinkende Überwachung
Anne Zerr, Politikerin der Linken, kritisiert nicht nur die steigende Zahl der Sonn- und Feiertagsbeschäftigten, sondern auch die Zunahme rechtswidriger Arbeit an solchen Tagen. Zudem seien immer mehr Beschäftigte von behördlich genehmigten Ausnahmen betroffen, sagte sie der "Rheinischen Post". Die Kontrollen gingen ihrer Einschätzung nach immer weiter zurück.
Zerr wendet sich gegen die geplante weitere Lockerung des Arbeitszeitgesetzes. "Das Arbeitszeitgesetz ist heute schon löchrig wie ein Schweizer Käse und wird vielerorts nicht eingehalten", so Zerr.
Laut Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken-Fraktion im Bundestag hat sich die Zahl der Beschäftigten mit Ausnahmegenehmigungen für Sonn- und Feiertagsarbeit seit 2015 mehr als verdoppelt: von rund 25.000 auf gut 51.700 im Jahr 2025. Über diese Zahlen berichtet die Rheinische Post.
Gleichzeitig stieg die Zahl der festgestellten Verstöße wegen illegaler Sonn- und Feiertagsarbeit von 2015 bis 2025 um mehr als 1.600 Prozent auf 98 Fälle. Allerdings erfassen nur sechs Bundesländer diese Fälle.
Bundesweit sank der Ministeriumsantwort zufolge die Zahl der Arbeitszeitkontrollen 2024 gegenüber dem Vorjahr um rund elf Prozent von 14.529 auf 12.972. Im Vergleich zu 2015 ist ein Rückgang um 23 Prozent von 16.878 auf 12.972 zu verzeichnen.