Copernicus meldet Rekordwert von 21,1 Grad an der Meeresoberfläche
Die globalen Meerestemperaturen haben einen historischen Höchststand erreicht. Wie der EU-Klimadienst Copernicus mitteilt, wurde am 22. August eine durchschnittliche Meeresoberflächentemperatur von 21,1 Grad Celsius gemessen. Damit übertrifft der Wert den bisherigen Rekord vom März 2024, als 21,09 Grad registriert wurden, wie der Tagesspiegel und t-online berichten.
Meerestemperaturen brechen August-Rekord
Üblicherweise liegen die höchsten Meerestemperaturen im März und April nach dem südlichen Sommer, doch diesmal wurde der Rekord im August verzeichnet. Dies überraschte die Forscher, da er auf eine Reihe von monatlichen Rekorden und Beinahe-Rekorden in diesem Jahr folgt. Die ZEIT bestätigt zudem, dass bereits im Juli der höchste jemals gemessene Monatswert mit 20,96 Grad erreicht wurde, was den bisherigen Juli-Rekord von 20,80 Grad aus dem Jahr 2023 übertraf. Die Messungen beziehen sich auf die Oberflächentemperaturen der Ozeane außerhalb der Polarregionen.
Ozeanerwärmung bedroht Ökosysteme und Küsten
Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei Copernicus, betonte, dass dieser Rekord ein weiteres deutliches Zeichen für den steigenden Druck auf die Ozeane sei. Mit dem anhaltenden Anstieg der Meerestemperaturen nähmen die Risiken für Ökosysteme und Küstengemeinden zu. Die Zahl der Tage mit marinen Hitzewellen habe sich weltweit seit Anfang der 1990er Jahre mehr als verdreifacht, so Burgess. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung verwies auf die Gefährdung der Ökosysteme im Meer durch die Erwärmung und nannte das weltweite Korallensterben als Beispiel.
El Niño verstärkt menschengemachte Meereshitze
Hier sei bereits ein Kipppunkt überschritten worden, vor dem die Wissenschaft seit Jahren warne. Die Klimaforscher betonen, dass der neue Wärmerekord im Einklang mit der langfristigen Erwärmung der Weltmeere und dem Auftreten eines El-Niño-Ereignisses im tropischen Pazifik stehe. El Niño führe zu einer zusätzlichen Erwärmung des Systems, doch dies geschehe zusätzlich zur jahrzehntelangen, vom Menschen verursachten Erwärmung, wie Rahmstorf und Burgess übereinstimmend erklären. Der neue Rekord sei hauptsächlich eine Folge der stetigen globalen Aufheizung durch den Ausstoß von Treibhausgasen, vor allem aus der Verbrennung fossiler Brennstoffe.