Unser wohl ältester Mitarbeiter meldet sich zurück! Unsere Leserinnen und Leser lieben ihn oder sie lehnen ihn und seine Ansichten oft auch vehement ab. Genau wie sein historisches Vorbild macht „unser Justus“ aus seiner liberal-konservativen Weltanschauung keinen Hehl, und das schon seit inzwischen deutlich mehr als 100(!) Kolumnen, die bereits seit 2015 exklusiv bei der HASEPOST erscheinen.
Guten Abend,
nach all den Turbulenzen im Superwahlmonat September, der mit der Bestätigung von Katharina Pötter als Osnabrücker Oberbürgermeisterin endete, hat die hiesige Polizei am vergangenen Dienstag den Radverkehr kontrolliert. Das Ergebnis ist niederschmetternd: bei Überprüfungen von 264 Fahrzeugen wurden mehr als 220 Ordnungswidrigkeiten festgestellt. Das waren mehr als 20 pro Stunde, also alle drei Minuten ein Treffer.
Diese erschreckende Quote war nicht auf mangelnde Radwege oder fehlende Infrastruktur für Radfahrer zurückzuführen, sondern einzig und allein auf menschliches Fehlverhalten. Die unerlaubte Nutzung von Gehwegen, die Ignoranz gegenüber Ampelanlagen und Vorfahrtschildern sowie technische Mängel machten den Großteil der Beanstandungen aus. Daraus läßt sich schließen, daß Grüne und SPD mit ihrer Verkehrspolitik in Osnabrück seit vielen Jahren falsch liegen.
Nicht die Vernichtung von Autoparkplätzen und die flächendeckende Einführung von Tempo 30 in der Innenstadt bringen dem Radverkehr mehr Sicherheit. Stattdessen muß mehr Wert auf die Verkehrserziehung der am Osnabrücker Radverkehr Teilnehmenden gelegt werden. Wer bei Verkehrsverstößen erwischt wird, sollte mit einer empfindlichen Geldbuße belegt sowie zu mindestens zehn kostenpflichtigen Unterrichtsstunden bei einer Fahrschule verurteilt werden. Das hat zum einen hilfreiche erzieherische Effekte und trägt gleichzeitig zu mehr Verkehrssicherheit bei. Zudem könnte Osnabrück mit diesem Modell bundesweit ein Zeichen setzen und Vorbildcharakter entwickeln. Dann wäre die Sicherheit von Radfahrern nicht nur loses Gerede, es würden endlich mal Taten statt Worte folgen.
Herzlichst
Ihr Justus Möser
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