Deutschland sieht sich als Ziel russischer hybrider Angriffe – Anschlagsgefahr bleibt real.
Der Präsident des Bundesnachrichtendienstes (BND), Martin Jäger, hat vor einer verschärften Bedrohungslage durch Russland gewarnt. In einer öffentlichen Anhörung vor dem Parlamentarischen Kontrollgremium des Bundestags betonte Jäger, die Konfrontation mit Russland habe eine „neue, gefährlichere Qualität“ erreicht. „Deutschland ist in Gefahr, in einen gewaltsamen Konflikt mit Russland zu geraten“, sagte er, wie die Welt und die Tagesschau berichten. Russland führe einen „Schattenkrieg“ gegen Deutschland, der sich nicht mit herkömmlichen militärischen oder rechtlichen Kategorien fassen lasse.
Russlands Geheimdienste schlagen gezielt zu
Dabei gehe es Moskau darum, politische Entscheidungen in Berlin und anderen europäischen Hauptstädten zu beeinflussen und die Unterstützung für die Ukraine zu brechen. Der Anschlagsversuch auf den Leipziger Flughafen sei nur ein Beispiel für die Aktivitäten russischer Geheimdienste, die „hochprofessionell und rücksichtslos“ agierten. Die Gefahr von Anschlägen gegen Ziele in Deutschland bleibe „real und gegenwärtig“, so Jäger. Gleichzeitig sehe der BND derzeit keine Hinweise auf einen groß angelegten Angriff Russlands auf NATO-Gebiet, wie die Zeit und Der Westen übereinstimmend melden.
Russland setzt auf Eskalation im Baltikum
Allerdings könnten im Baltikum „niedrigschwellige militärische Aktivitäten“ Russlands nicht ausgeschlossen werden. Jäger verwies darauf, dass Russland seine Schwächen durch Entschlossenheit und Risikobereitschaft kompensiere. Die russische Führung setze darauf, dass der Westen dem Druck nicht standhalten werde. Auch nukleare Drohungen könnten erneut auftreten.
MAD warnt vor Angriffen auf Deutschland
Neben Jäger warnte auch die Präsidentin des Militärischen Abschirmdienstes (MAD), Martina Rosenberg, vor konkreten Angriffen auf Deutschland. Sie verwies auf Desinformationskampagnen und Extremismus innerhalb der Bundeswehr, die das Vertrauen in die Abwehrfähigkeit des Staates untergraben sollten. Beide Geheimdienstchefs plädierten für eine Reform der Nachrichtendienste, um deren Befugnisse und Kontrollmechanismen zu stärken.