7,4 Millionen Besucher, Notfälle und ein Fehlschuss beim Böllern
Nach 16 Tagen ging das Oktoberfest 2026 in München mit einem Rekord zu Ende. Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, besuchten 7,4 Millionen Menschen das Fest, mehr als je zuvor. Der bisherige Rekord aus dem Jahr 2023 lag bei 7,2 Millionen Besuchern. Auch beim Bierkonsum wurde ein neuer Höchststand erreicht: 6,7 Millionen Mass wurden getrunken, ein Plus von 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die Wiesnwirte meldeten zudem ein leichtes Wachstum beim Essen, wobei das klassische Hendl wieder besonders gefragt war. Oberbürgermeister Dominik Krause (Grüne) bezeichnete die Wiesn 2026 als eine der schönsten bisher und lobte das neue Sicherheitskonzept, das trotz der Rekordbesucherzahlen keine kritischen Überfüllungen zuließ. Krause dankte insbesondere den Blaulicht-Organisationen und der Festleitung um Wiesnchef Christian Scharpf (SPD).
641 Einsätze auf dem Oktoberfest
Am letzten Wiesntag kam es jedoch auch zu mehreren Vorfällen. Die Aicher Ambulanz, die für die medizinische Versorgung auf dem Festgelände zuständig ist, verzeichnete 641 Einsätze, davon 565 Behandlungen. 342 davon waren Bagatellfälle, 131 Mal mussten die Einsatzkräfte mit Tragen ausrücken. Sieben Personen wurden nach der Erstversorgung in ein Krankenhaus transportiert, wie die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf die Ambulanz mitteilte. Zudem gab es einen Fehlschuss beim traditionellen Böllerschießen zum Abschluss des Oktoberfests. Ein Schuss ging versehentlich nach vorne statt nach oben, wie Kommandant Werner Waschbichler der dpa bestätigte. Aufgrund der Sicherheitsabstände sei jedoch nichts passiert. Die Ursache des Vorfalls wird derzeit untersucht.
Reizgasangriff am Augustinerzelt
Am Samstagabend kam es zu einem Reizgasangriff am Ausgang des Augustinerzelts. Ein unbekannter Mann zog einen pistolenähnlichen Gegenstand und setzte Reizgas frei, wodurch ein 38-Jähriger und zwei Sicherheitsmitarbeiter leicht verletzt wurden. Die Polizei sucht nach dem Täter, der etwa 25 Jahre alt, 1,65 bis 1,70 Meter groß, mit südasiatischem Aussehen und auffallend schiefen Zähnen beschrieben wird. Zudem wurden zwei Männer wegen staatsfeindlicher Delikte festgenommen: Ein 44-Jähriger rief in der Bräurosl verbotene Parolen und zeigte den Hitlergruß, ein 28-Jähriger tat es ihm vor der Ochsenbraterei gleich. Beide wurden des Festgeländes verwiesen, wie die Süddeutsche Zeitung berichtet.
Anwohner berichten von Belästigungen
Während die Wiesn für viele Besucher ein Fest der Freude war, berichteten Anwohner der Schwanthalerhöhe von den Schattenseiten. Wie der Focus berichtet, erlebten einige Anwohner unerwünschte Begleitungen, Drogenspritzen auf der Straße oder nächtliche Streitigkeiten. Eine 24-jährige Studentin schildert, wie sie morgens von einer Feier nach Hause ging und von einem Mann verfolgt wurde. Sie konnte sich in ein Café retten, wo die Mitarbeiter eingriffen. Eine andere Anwohnerin, Ina, berichtet von ähnlichen Vorfällen und sagt, dass sich die Wiesnwochen für sie „wie eine Ewigkeit“ anfühlen. Andere Anwohner wie Doris und Katharina sehen jedoch eine Besserung im Vergleich zu früheren Jahren, da die Absperrung des Geländes dazu führe, dass die Besucher eher zur U-Bahn als in das Wohnviertel gehen.
Prominente feiern letzten Wiesntag
Trotz der Vorfälle und der Belastung für Anwohner blieb die Stimmung auf der Wiesn bis zum Schluss gut. Prominente wie Mats Hummels, Marco Russ oder Laura Nolte nutzten den letzten Tag für einen Besuch, wie der Merkur berichtet. Hummels schrieb auf Instagram: „Heute wird abgeschlossen“ – begleitet von einem Tränen-Emoji. Auch viele Sportler und Künstler ließen sich auf dem Festgelände blicken, darunter Olympioniken, Rennfahrer und Ex-Fußballprofis.