Optogenetik: Hegemann, Nagel und Deisseroth ausgezeichnet
Der Nobelpreis für Medizin geht in diesem Jahr an die beiden deutschen Forscher Peter Hegemann und Georg Nagel sowie den US-Amerikaner Karl Deisseroth. Das Karolinska-Institut in Stockholm begründete die Auszeichnung mit ihren bahnbrechenden Entdeckungen im Bereich der Optogenetik, wie die Süddeutsche Zeitung und der Tagesspiegel übereinstimmend berichten. Diese Methode ermöglicht es, Zellen – insbesondere Nervenzellen – mithilfe von Licht präzise zu steuern und so das Gehirn auf bisher unerreichte Weise zu erforschen. Hegemann forscht an der Humboldt-Universität Berlin, Nagel an der Universität Würzburg. Jeder der drei Preisträger erhält ein Drittel des Preisgelds von umgerechnet rund einer Million Euro, wie die FAZ ergänzt.
Licht steuert Nervenzellen gezielt
Die Optogenetik kombiniert genetische und optische Techniken, um zelluläre Aktivität in lebendem Gewebe gezielt zu kontrollieren. Hegemann und Nagel entdeckten dabei das Protein Kanalrhodopsin, das Zellen lichtempfindlich macht. Deisseroth setzte das Gen für dieses Protein zunächst in Neuronen von Ratten ein und konnte diese Nervenzellen später auch in lebenden Mäusen mit Licht aktivieren, wie der Tagesspiegel detailliert beschreibt.
Nobelpreis-Geld verdoppelt sich zum Jubiläum
Die Nobelstiftung hat das Preisgeld in diesem Jahr auf zwölf Millionen schwedische Kronen (ca. eine Million Euro) pro Kategorie erhöht. Dies geschah im Rahmen des 125-jährigen Jubiläums der Nobelpreise, wie die Stuttgarter Zeitung und die FAZ berichten. Die feierliche Übergabe der Auszeichnungen findet traditionsgemäß am 10. Dezember, dem Todestag von Alfred Nobel, in Stockholm und Oslo statt.
Medizin-Nobelpreis: 14 Frauen in 125 Jahren
Im vergangenen Jahr hatten Mary Brunkow, Fred Ramsdell (beide USA) und Shimon Sakaguchi (Japan) den Medizin-Nobelpreis für ihre Forschung zur peripheren Immuntoleranz erhalten. Seit 1901 wurden insgesamt 232 Menschen mit dem Medizin-Nobelpreis ausgezeichnet, darunter 14 Frauen. Der erste Preisträger war 1895 der deutsche Bakteriologe Emil Adolf von Behring für seine Therapie gegen Diphtherie, wie der Tagesspiegel und die Stuttgarter Zeitung übereinstimmend festhalten.
Nobelpreis-Woche startet mit Medizin
Die Bekanntgabe des Medizin-Nobelpreises markiert den Beginn der Nobelpreis-Woche. In den folgenden Tagen werden die Preisträger für Physik, Chemie, Literatur und Frieden bekannt gegeben. Den Abschluss bildet am 12. Oktober der von der schwedischen Reichsbank gestiftete Wirtschaftsnobelpreis, der nicht auf Alfred Nobel zurückgeht.