Mehr als ein Drittel der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen in Deutschland ist 50 Jahre oder älter, gleichzeitig wächst der Anteil der Teilzeitbeschäftigten. Zudem nimmt die Zahl der Quer- und Seiteneinsteiger ohne anerkannte Lehramtsprüfung weiter zu, wie aktuelle Zahlen für das Schuljahr 2024/2025 zeigen.
Altersstruktur der Lehrkräfte stark ungleich verteilt
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes (Destatis) ist im Schuljahr 2024/2025 ein Viertel (25,4 Prozent) der Lehrkräfte in Deutschland zwischen 50 und 59 Jahre alt gewesen, weitere 10,0 Prozent waren 60 Jahre und älter. Insgesamt war damit mehr als jede dritte Lehrkraft (35,4 Prozent) 50 Jahre oder älter, wie Destatis am Mittwoch mitteilte. Im Vergleich dazu fällt der Anteil der jüngeren Lehrkräfte geringer aus: Die Unter-35-Jährigen machten gut ein Fünftel (20,3 Prozent) des Lehrpersonals an allgemeinbildenden Schulen aus.
Hinsichtlich der Altersstruktur bestehen große Unterschiede zwischen den Bundesländern. In Sachsen-Anhalt war gut die Hälfte (50,7 Prozent) der Lehrkräfte 50 Jahre oder älter, in Mecklenburg-Vorpommern 46,8 Prozent. Am niedrigsten war der Anteil dieser Altersgruppe im Saarland (28,6 Prozent) und in Bremen (30,0 Prozent).
Teilzeitquote der Lehrkräfte auf Höchststand
Im Schuljahr 2024/2025 waren deutschlandweit 752.100 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen tätig, davon 43,9 Prozent in Teilzeit. Damit war die Teilzeitquote bei Lehrkräften etwas höher als im vorherigen Schuljahr (43,1 Prozent) und auf einem neuen Höchststand, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Besonders Frauen reduzieren häufig ihre Arbeitszeit: Im Schuljahr 2024/2025 war die Teilzeitquote bei Lehrerinnen (51,4 Prozent) mehr als doppelt so hoch wie bei Lehrern (23,3 Prozent). Im Vergleich zu anderen abhängig Beschäftigten ist die Teilzeitquote an allgemeinbildenden Schulen überdurchschnittlich hoch: Über alle Wirtschaftsbereiche hinweg arbeiteten 31,3 Prozent der abhängig Beschäftigten in Teilzeit.
Auch der Frauenanteil bei Lehrkräften an allgemeinbildenden Schulen ist laut Destatis überdurchschnittlich hoch. Während Frauen im Schuljahr 2024/2025 fast drei Viertel (73,2 Prozent) des Lehrpersonals an allgemeinbildenden Schulen ausmachten, stellten sie knapp die Hälfte (48,2 Prozent) der abhängig Beschäftigten aller Wirtschaftsbereiche im Jahr 2024.
Im Hinblick auf den Anteil der Teilzeitkräfte unter den Lehrern zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. Während in Hamburg (55,4 Prozent) und Bremen (51,9 Prozent) im Schuljahr 2024/2025 mehr als die Hälfte des Lehrpersonals an allgemeinbildenden Schulen in Teilzeit arbeitete, traf dies nur auf knapp jede vierte Lehrkraft in Thüringen (23,2 Prozent) und Sachsen-Anhalt (23,8 Prozent) zu.
Mehr Quer- und Seiteneinsteiger an Schulen
Aufgrund des Lehrkräftemangels unterrichten an den Schulen immer mehr sogenannte Quer- und Seiteneinsteiger, also Lehrkräfte ohne anerkannte Lehramtsprüfung. Im Schuljahr 2024/2025 traf das auf 11,2 Prozent der Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen zu: 84.100 der insgesamt 752.100 Lehrkräfte dort hatten keine anerkannte Lehramtsprüfung, so die Statistiker. Im Schuljahr 2014/2015 lag der Anteil mit 4,3 Prozent noch deutlich niedriger. Damals unterrichteten 28.500 der insgesamt 664.200 Lehrkräfte an allgemeinbildenden Schulen ohne anerkannte Lehramtsprüfung.
Noch höher als an allgemeinbildenden Schulen ist der Anteil mit Quer- oder Seiteneinstieg an beruflichen Schulen. Im Schuljahr 2024/2025 hatten 20.800 der insgesamt 124.100 Lehrkräfte an beruflichen Schulen keine anerkannte Lehramtsprüfung (16,7 Prozent), wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Gegenüber dem Schuljahr 2014/2015 hat sich der Anteil kaum verändert: Damals unterrichteten 20.200 von 122.100 Lehrkräften ohne anerkannte Lehramtsprüfung (16,6 Prozent).
