Der Christopher Street Day in Berlin ist am späten Samstagabend vorzeitig beendet worden. Nach Angaben der Berliner Polizei fuhr im Bereich des Tiergartens ein Fahrzeug in eine Menschenmenge. Mehrere Menschen wurden verletzt. Die Hintergründe des Vorfalls sind noch unklar, nach dem Fahrer wird gefahndet.
Update 23:35 Uhr: Die Polizei berlin hat inzwischen ein Todesopfer bestätigt. Es soll insgesamt 14 Verletzte geben (Stand 23:35 Uhr), darunter mehrere Schwerverletzte.
Der Vorfall ereignete sich nach ersten Erkenntnissen gegen 22 Uhr auf Höhe der Lennéstraße. Wie die Berliner Zeitung berichtet, soll ein weißer Transporter mit hoher Geschwindigkeit auf die feiernden Menschen zugefahren sein. Augenzeugen berichteten demnach von panischen Szenen sowie schreienden und flüchtenden Besuchern.
Nach Informationen der Bild-Zeitung soll ein Mann anschließend aus dem Fahrzeug gestiegen und zu Fuß geflüchtet sein. Eine offizielle Bestätigung zu seiner Identität oder einem möglichen Motiv lag zunächst nicht vor.
Mehrere Menschen verletzt
Die Berliner Polizei bestätigte am Abend eine Einsatzlage mit mehreren Verletzten. Wie viele Menschen betroffen sind und wie schwer ihre Verletzungen sind, war zunächst nicht bekannt.
Die Feuerwehr löste nach übereinstimmenden Medienberichten einen sogenannten Massenanfall von Verletzten aus. Dabei handelt es sich um eine organisatorische Einsatzstufe, mit der auf eine größere Zahl möglicher Verletzter reagiert wird. Nach Angaben eines Feuerwehrsprechers waren 44 Einsatzkräfte vor Ort.
Im Bereich vor dem Reichstagsgebäude soll zudem ein Landeplatz für Rettungshubschrauber vorbereitet worden sein.
Veranstalter fordern Besucher zur Räumung auf
Nur wenige Minuten nach dem Vorfall erklärten die Veranstalter den Berliner CSD mit sofortiger Wirkung für beendet. Auf einer großen Leinwand am Brandenburger Tor wurde in Signalfarben das Wort „Evakuierung“ angezeigt.
Über Instagram forderten die Veranstalter die Teilnehmer auf: „Bitte verlasst das Gelände ruhig und geordnet. Bitte meidet die Siegessäule und den Tiergarten. Verlasst das Gelände Richtung Hauptbahnhof.“
Die Polizei räumte das Veranstaltungsgelände und leitete eine Fahndung ein. Der Bereich um den mutmaßlichen Tatort wurde weiträumig abgesperrt.
Hunderttausende feierten beim Berliner CSD
Zuvor hatten Hunderttausende Menschen in der Hauptstadt am 48. Berliner Christopher Street Day teilgenommen. Mit der Demonstration wollten die Veranstalter ein Zeichen für Demokratie, Toleranz, Vielfalt und die Rechte queerer Menschen setzen.
Bei der Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor war am Abend unter anderem Sängerin Sarah Connor aufgetreten. Wenig später wurde die Veranstaltung wegen der Polizeilage abgebrochen.
Ob der Fahrer gezielt in die Menschenmenge steuerte oder andere Hintergründe zu dem Vorfall führten, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.