Ex-Fraktionschef reagiert auf Kritik nach Urlaubsfotos und versäumter Sitzung.
Jens Spahn wird künftig nicht mehr dem Haushaltsausschuss des Bundestags angehören. Der ehemalige Unionsfraktionschef teilte mit, dass ein normales Arbeiten für ihn aktuell kaum möglich sei, da alles rund um seine Person stark politisiert werde. Zudem merke er, dass sein Rücktritt als Fraktionschef im Juli noch zu frisch sei, um wieder voll durchzustarten, wie die Tagesschau berichtet. Spahn will sich nun vorerst auf seine Arbeit für den Wahlkreis und seine Familie konzentrieren. Eine Entscheidung über seine weitere politische Zukunft will er mit zeitlichem Abstand treffen.
Spahns Urlaubsfotos lösen Fraktionsstreit aus
Der Rückzug Spahns folgt auf eine Debatte, die durch seine Abwesenheit bei einer Ausschusssitzung ausgelöst wurde. Kurz darauf tauchten Urlaubsfotos aus Sardinien mit seinem Mann und Kind auf, was in der Union auf Kritik stieß. Laut dem ARD-Hauptstadtstudio gab es in der Fraktions-Arbeitsgruppe Haushalt Forderungen nach einem Rauswurf Spahns aus dem Ausschuss. Fraktionschef Thorsten Frei habe interveniert, woraufhin eine Art Bewährungsfrist bis Ende des Jahres vereinbart wurde. Der Spiegel berichtet, dass Spahn kurz vor dem Rauswurf stand und nun von sich aus zurücktritt.
Leihmutterschaft bringt Spahns Karriere in Gefahr
Spahn war im Juli als Fraktionsvorsitzender zurückgetreten, nachdem er und sein Mann mithilfe einer Leihmutter in den USA Eltern geworden waren. Dies löste in der Partei massive Empörung aus, da Leihmutterschaft in Deutschland verboten ist. Spahn selbst hatte sich zuvor für ein Beibehalten des Verbots ausgesprochen, wie der Deutschlandfunk berichtet. Unterstützer wie Thorsten Frei oder CSU-Chef Markus Söder hatten eine schnelle Wiedereingliederung Spahns in die Unionsfraktion befürwortet.