Das US-Militär hat am späten Mittwochabend erneut Ziele im Iran angegriffen. Hintergrund sind nach Angaben des US-Zentralkommandos jüngste Attacken auf Handelsschiffe in der Straße von Hormus, für die Washington Teheran verantwortlich macht. Gleichzeitig stellt US-Präsident Donald Trump den noch geltenden Waffenstillstand offen infrage und erklärt ihn faktisch für beendet.
US-Angriffe auf iranische Ziele in der Straße von Hormus
Auf Anweisung von Donald Trump, US-Präsident und Oberbefehlshaber der Streitkräfte, hat das US-Militär nach eigenen Angaben erneut Ziele im Iran angegriffen. „Auf Anweisung des Oberbefehlshabers, US-Präsident Donald Trump, ‚haben die Streitkräfte des US-Zentralkommandos damit begonnen, weitere Angriffe gegen den Iran durchzuführen, um dessen Fähigkeit, die Freiheit der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu bedrohen, weiter zu schwächen'“, teilte das US-Zentralkommando auf der Plattform X mit.
Weiter hieß es in der Mitteilung des US-Zentralkommandos auf X: „‚Die Vereinigten Staaten machen den Iran für die jüngsten ungerechtfertigten Angriffe auf Handelsschiffe und zivile Besatzungen verantwortlich, die sich frei auf dieser wichtigen internationalen Wasserstraße bewegen.'“
Iranische Medien berichteten im Zusammenhang mit den Angriffen über mehrere Explosionen. In der Region um Tschahbahar gibt es demnach Stromausfälle.
Trump stellt Waffenstillstand infrage
Bereits am Vormittag hatte US-Präsident Donald Trump den noch geltenden Waffenstillstand offen infrage gestellt. „Meiner Meinung nach ist es vorbei“, sagte er beim Nato-Gipfel in Ankara auf die Frage, ob der Waffenstillstand beendet sei. Er wolle „nichts mehr mit ihnen zu tun haben“.
Die USA und der Iran hatten Mitte Juni eine Absichtserklärung unterzeichnet, die den Waffenstillstand zwischen den beiden Ländern besiegelte und eine 60-tägige Verhandlungsphase vorsah, um ein endgültiges, dauerhaftes Friedensabkommen zu erzielen. Allerdings hatte es zuletzt immer häufiger Verstöße gegen dieses Abkommen gegeben.
Zunehmende Spannungen trotz Absichtserklärung
Die nun gemeldeten US-Luftangriffe und die Aussagen von Donald Trump fallen in diese Phase wachsender Spannungen. Während die Absichtserklärung ursprünglich auf Deeskalation und ein dauerhaftes Friedensabkommen abzielte, mehren sich seit einiger Zeit die Berichte über Verstöße gegen die Vereinbarung. Die jüngsten Militäraktionen und diplomatischen Äußerungen deuten darauf hin, dass der ohnehin fragile Waffenstillstand weiter unter Druck geraten ist.
