Die Deutsche Psychotherapeuten-Vereinigung (DPtV) warnt vor einer Verschlechterung der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen durch die geplante Gesundheitsreform der Bundesregierung. Insbesondere in ländlichen Regionen könnten sich nach Einschätzung des Verbands die ohnehin schon langen Wartezeiten auf einen Therapieplatz deutlich verlängern.
Warnung vor längeren Wartezeiten
Die Deutsche Psychotherapeuten-Vereinigung befürchtet, dass die geplante Reform der Bundesregierung die Versorgungslage für psychisch erkrankte Menschen deutlich verschlechtert. „Wenn das Gesetz in der jetzigen Form kommt, können sich die Wartezeiten in manchen Regionen um bis zu 20 bis 30 Prozent erhöhen“, sagte der Bundesvorsitzende der DPtV, Enno Maaß, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Donnerstagausgaben). Besonders auf dem Land warteten Patienten bereits jetzt viele Monate, teilweise sogar länger als ein Jahr auf einen Therapieplatz.
Sinkende Kapazitäten in den Praxen befürchtet
Nach den Plänen der Bundesregierung sollen die Ausgaben für die ambulante psychotherapeutische Versorgung eingeschränkt werden, so Maaß. Psychotherapeutische Leistungen sollen demnach stärker in die Ausgabenbegrenzung einbezogen werden. Therapeuten befürchten deshalb eine schlechtere Vergütung zusätzlicher Behandlungen und in der Folge sinkende Kapazitäten in den Praxen.
Bedarfsplanung und tatsächlicher Bedarf
Maaß sagte, das werde sich in längeren Wartezeiten ausdrücken. Die Bedarfsplanung nehme einen bestimmten Bedarf an. Wenn der tatsächliche Bedarf höher sei, passe die Bedarfsplanung zwar noch – aber die Menschen warteten trotzdem monatelang auf einen Therapieplatz.
