Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) hat das Singen der DDR-Hymne bei einer AfD-Veranstaltung mit dem sachsen-anhaltinischen Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund und AfD-Chef Tino Chrupalla scharf kritisiert. In einem Interview mit dem Talk-Format „Stimme am Morgen“ des Senders der „Welt“ bezeichnete er den Auftritt als befremdlich und warf der AfD eine bewusste politische Inszenierung vor.
Kritik an DDR-Hymne bei AfD-Veranstaltung
Kanzleramtschef Thorsten Frei (CDU) verurteilte das Singen der DDR-Hymne bei einer AfD-Veranstaltung mit dem sachsen-anhaltinischen Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund und AfD-Chef Tino Chrupalla. „Ich finde das extrem befremdlich“, sagte Frei dem Talk-Format „Stimme am Morgen“ des Senders der „Welt“ am Mittwoch. „Und es gilt insbesondere dann, wenn das von politischen Repräsentanten gemacht wird, die damit ja ganz offensichtlich auch politische Botschaften verbinden möchten.“
„Plumpe Strategie“ der AfD
In dem Gespräch äußerte sich Frei auch grundsätzlich zu Versuchen der AfD, eine spezifisch ostdeutsche Identität hervorzuheben. Überhaupt hält er den Versuch der AfD, eine spezifisch ostdeutsche Identität zu betonen, für grundlegend falsch. Das sei eine plumpe Strategie. Man lebe jetzt 36 Jahre nach der Wiedervereinigung. Und man solle das Gemeinsame betonen und nicht das, was möglicherweise trennend sein könnte.
Hinweis auf Stärken Ostdeutschlands
Frei verwies zugleich auf positive Entwicklungen in den ostdeutschen Ländern. Gerade auch in Ostdeutschland gebe es enorm viele Stärken, die Länder in Ostdeutschland hätten sich enorm entwickelt. Und man versuche, das durch die Bundespolitik auch zu unterstützen, dass sich dort industrielle Kerne entwickeln, so Frei. „Ich halte nichts davon, womöglich Trennendes oder gar Mythologisches in den Mittelpunkt zu rücken, sondern: Wir sind ein Land. Wir haben große Herausforderungen gemeinsam. Und daran sollten wir arbeiten. Das wäre der richtige Weg.“
