Die Ausgaben in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) steigen nach einer aktuellen Schätzung deutlich stärker als die Einnahmen. Laut einer Analyse des IT-Dienstleisters Bitmarck, über die die "Rheinische Post" in ihrer Mittwochsausgabe berichtet, wächst damit das strukturelle Defizit im System weiter an. Der Fehlbetrag im Gesundheitsfonds könnte demnach in diesem Jahr auf 59 Milliarden Euro klettern, nachdem er 2025 bereits bei 52 Milliarden Euro gelegen hatte.
Ausgaben wachsen deutlich schneller als Einnahmen
Nach Berechnungen von Bitmarck ist 2026 in der GKV von einem Anstieg der Ausgaben um sieben Prozent auszugehen. Im Vorjahr waren die Ausgaben bereits um 7,8 Prozent gestiegen, wie die „Rheinische Post“ berichtet. Die Einnahmen in der GKV bleiben laut der Schätzung hingegen deutlich hinter diesen Werten zurück. Für 2025 wird von einem Einnahmenplus von geschätzt 3,7 Prozent ausgegangen, für dieses Jahr erwartet Bitmarck einen Anstieg um sechs Prozent.
Infolge dieser Entwicklung dürfte der Fehlbetrag im Gesundheitsfonds Bitmarck zufolge in diesem Jahr auf 59 Milliarden Euro steigen. 2025 hatte das Defizit laut Bitmarck bei 52 Milliarden Euro gelegen. Die Autoren der Analyse sprechen in diesem Zusammenhang von einem „hohen strukturellen Defizit“, wie die „Rheinische Post“ berichtet.
Viele Kassen unterschreiten Mindestreserve
Zudem lagen den Angaben zufolge 2025 knapp 60 Prozent der Kassen unter der erforderlichen Mindestreserve. Diese Mindestreserve entspricht 20 Prozent einer Monatsausgabe und soll dazu dienen, Schwankungen in den Ausgaben auszugleichen und die Zusatzbeiträge stabil zu halten.
Durch Beitragserhöhungen soll der Anteil der Kassen unterhalb dieser Schwelle bis Jahresende zwar sinken. Dennoch erwartet Bitmarck, dass jede dritte Krankenkasse Ende 2026 weiterhin nicht über die Mindestreserve verfügen wird, wie die „Rheinische Post“ berichtet.
Gesetzentwurf zur GKV-Reform beschlossen
Das Bundeskabinett hatte den Angaben zufolge Ende April einen Gesetzentwurf zur GKV-Reform beschlossen. Diese Reform soll die Defizite der Krankenkassen ausgleichen und die Beiträge der Versicherten im kommenden Jahr stabil halten, wie die „Rheinische Post“ berichtet.
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