Angehörige von Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs stehen oft selbst unter enormem Druck. Ein Forschungsprojekt der Universität Osnabrück will ihnen nun mit einer neuen digitalen Plattform gezielt zur Seite stehen. Seit Juni 2026 bietet das Portal gemeinsamsorgen.de kostenfreie Informationen, Beratung und Austauschmöglichkeiten.
Hilfe für das gesamte Sorgenetzwerk
Das Forschungsprojekt „Gemeinsam sorgen bei fortgeschrittenem Brustkrebs“ (Gesi-BK) verfolgt das Ziel, digitale Unterstützungsangebote für An- und Zugehörige von Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs zu entwickeln. Beteiligt sind die Universität Osnabrück mit ihrer Abteilung Pflegewissenschaft unter Leitung von Prof. Dr. Manfred Hülsken-Giesler, die Hochschule Osnabrück sowie die Medizinische Hochschule Hannover. Die technische Umsetzung übernimmt das aQua – Institut für angewandte Qualitätsförderung und Forschung im Gesundheitswesen GmbH. Das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt fördert das Projekt im Zeitraum von 2022 bis 2026.
„Für Familie und Freunde, die sich um Menschen mit fortgeschrittenem Brustkrebs kümmern, stellt eine solche Erkrankung oft selbst eine große Belastung dar“, sagt Hülsken-Giesler, Projektleiter an der Uni Osnabrück. „Verlässliche Informationen und Beratungsangebote sind aber schwer zu finden.“
Kostenlose Beratung und Informationen
Die Plattform basiert auf Befragungen von An- und Zugehörigen sowie Recherchen zu technischen Unterstützungsmöglichkeiten. Neben Informationen über die Erkrankung stehen insbesondere die alltäglichen Herausforderungen pflegender Angehöriger und individuelle Beratungsangebote im Mittelpunkt.
Das Angebot richtet sich dabei nicht nur an Familienangehörige, sondern an das gesamte sogenannte Sorgenetzwerk. Dazu zählen beispielsweise Nachbarn, Arbeitskollegen, Selbsthilfegruppen oder Gesundheitsfachpersonen, die Betroffene unterstützen.
Nach einer kostenlosen Registrierung erhalten Nutzerinnen und Nutzer Zugang zu persönlicher Beratung, Empfehlungen für weiterführende Internetseiten sowie Artikeln, Videos und Hörbeiträgen zu Themen wie Alltagsleben, Unterstützung, Beziehungen, Selbstfürsorge und Trauer.
Plattform soll weiter wachsen
Auch der Austausch mit anderen Betroffenen ist bereits möglich. „Zusätzlich bietet die Plattform bereits die Möglichkeit, sich mit anderen Betroffenen zu vernetzen und auszutauschen“, so Prof. Dr. Sara Marquard, Projektleitung an der Hochschule Osnabrück.
In den kommenden Monaten soll das Angebot weiter ausgebaut werden. „Durch eine freiwillige Evaluation werden wir den Nutzen der bereitgestellten Informationen und Beratung auswerten und unser Angebot entsprechend anpassen“, erklärt Marquard weiter. Zudem soll geprüft werden, ob die Plattform künftig auch für weitere Zielgruppen und andere gesundheitliche Herausforderungen genutzt werden kann.
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