Die Bundesregierung will mit einer neuen Start-up-Strategie den Zugang junger Unternehmen zu Kapital verbessern und zugleich Investitionen in sicherheitsrelevante Technologien ausbauen. Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) setzt dabei auf mehr privates Kapital und neue Anlageformen im Bereich der Altersvorsorge. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf direkten Staatsbeteiligungen an Rüstungs-Start-ups über die KfW.
Mehr privates Kapital für junge Unternehmen
Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) sieht die zentrale Herausforderung nicht im Mangel an verfügbaren Mitteln, sondern in deren Verteilung. „Deutschland mangelt es aber nicht an Kapital – es mangelt an seiner wirksamen Allokation“, sagte Reiche der „Welt“ (Mittwochausgabe) und dem Onlinemagazin „Gründerszene“.
Nach den Worten der Ministerin fließen in Deutschland derzeit nur rund 0,15 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Wagniskapital, „verglichen mit rund 0,8 Prozent in den USA“, so Reiche gegenüber „Welt“ und „Gründerszene“. Daraus leite sich ein klarer Handlungsauftrag ab: „Deshalb müssen wir mehr privates Kapital mobilisieren.“
Wagniskapital in der Altersvorsorge verankert
Ein Baustein der Start-up-Strategie ist die stärkere Einbindung von Wagniskapital in die private Altersvorsorge. Über das Altersvorsorge-Reformgesetz sei Wagniskapital erstmals als mögliche Anlageform in der privaten Altersvorsorge verankert worden, heißt es in der Darstellung der Bundesregierung. In der Strategie, die am Mittwoch vom Kabinett verabschiedet werden soll, wird unter der Überschrift „Venture Capital in der Altersvorsorge“ auch der geplante kapitalgedeckte Anteil der gesetzlichen Rente genannt.
Direkte Staatsbeteiligungen an Rüstungs-Start-ups
Ein Schwerpunkt der Strategie sind Investitionen in Rüstungs-Start-ups. In diesem Bereich plant die Bundesregierung direkte Staatsbeteiligungen etwa an Drohnenherstellern über die KfW. „Start-ups müssen deutlich stärker an den Investitionen in Sicherheit und Verteidigung beteiligt werden. Deutschland spielt hier in der globalen Liga ganz oben mit“, sagte die Ministerin gegenüber „Welt“ und „Gründerszene“. Unternehmen wie Quantum Systems, Tytan oder Stark zeigten nach ihren Worten, wie schnell Start-ups neue Fähigkeiten entwickeln und in die Anwendung bringen könnten.
Zur Umsetzung der Pläne soll ein neues Instrument geschaffen werden, mit dem sich der Bund direkt an Start-ups und Scale-ups mit militärisch nutzbaren Produkten und Dienstleistungen beteiligen könne. Zur Stärkung des Kapitalmarkts sollen außerdem die Zusagen der „WIN-Initiative“ für Wagniskapital auf mehr als 25 Milliarden Euro verdoppelt werden.
