Osnabrück darf sich auch in den kommenden zwei Jahren offiziell „Fairtrade-Stadt“ nennen. Die Stadt hat den Titel erneut vom gemeinnützigen Verein Fairtrade Deutschland erhalten. Seit der ersten Auszeichnung im Jahr 2010 setzt sich Osnabrück für den fairen Handel ein. Pünktlich zur Fairen Woche wurde das Engagement nun erneut gewürdigt.
Faires Fußballturnier und neue Osnabrücker Stadtschokolade
„Dass die Auszeichnung erneut für zwei Jahre bestätigt wurde, ist ein schönes Zeugnis dafür, wie stark der faire Handel in Osnabrück verankert ist“, freut sich Oberbürgermeisterin Katharina Pötter über die Verlängerung des Titels.
Dass fairer Handel in Osnabrück nicht nur auf dem Papier stattfindet, zeigen verschiedene Aktionen der Steuerungsgruppe Fairtrade-Town. In ihr engagieren sich Vertreter aus Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft gemeinsam für faire Produktionsbedingungen und einen bewussteren Konsum. Zuletzt fand unter anderem das mittlerweile fünfte faire Fußballturnier statt. Insgesamt elf Jungenmannschaften und sieben Mädchenteams weiterführender Osnabrücker Schulen setzten dabei ein Zeichen für globales Fairplay.
Auch die Fairtrade-Schülerinnen- und Schülerakademie, die Mitte September in der Lagerhalle Osnabrück stattfand, widmete sich dem fairen Handel. Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen beschäftigten sich in interaktiven Workshops mit globalem Lernen und fairen Produktionsbedingungen.
Eine besonders süße Aktion gibt es seit dem Start der Fairen Woche ebenfalls: Unter dem Motto „Osnabrück fair-nascht“ ist eine neue fair produzierte Stadtschokolade erhältlich. Die Verpackung wurde von Schülerinnen und Schülern der Ursulaschule gestaltet. Kaufen kann man die Schokolade in der Tourist Info und im Osnabrücker Weltladen.
Stadtverwaltung will fairen Handel weiter stärken
Auch in den kommenden Jahren soll das Engagement für den fairen Handel weiter ausgebaut werden. Dafür hat die Stadt eine Fördermittelzusage für das Projekt „Koordination kommunaler Entwicklungspolitik“ erhalten.
Bis Anfang 2028 sollen unter anderem strukturelle Maßnahmen für eine ökologisch und sozial verantwortliche Beschaffung innerhalb der Stadtverwaltung umgesetzt werden. Gleichzeitig soll die Zusammenarbeit zwischen lokalen Akteuren gestärkt werden.
„Es ist schön zu sehen, wie lokale Akteure aus Verwaltung, Zivilgesellschaft und Wirtschaft hier eng zusammenarbeiten. Wir setzen uns in Osnabrück weiterhin mit viel Elan dafür ein, den fairen Handel auf lokaler Ebene zu fördern und sichtbarer zu machen“, betont Pötter.
Was macht Osnabrück eigentlich zur Fairtrade-Stadt?
Um den Titel erneut zu erhalten, musste die Stadt fünf Kriterien erfüllen. Dazu gehören unter anderem der Ausschank von fair gehandeltem Kaffee oder Tee im Rathaus sowie ein Ratsbeschluss zur Unterstützung des fairen Handels.
Außerdem muss eine Steuerungsgruppe die Aktivitäten koordinieren, während Geschäfte und gastronomische Betriebe fair gehandelte Produkte anbieten. Hinzu kommen Bildungsangebote der Zivilgesellschaft und eine lokale Medienberichterstattung über den fairen Handel.
Mit der erneuten Auszeichnung bleibt Osnabrück Teil eines internationalen Netzwerks. Deutschlandweit gibt es mittlerweile mehr als 940 Fairtrade-Towns. Weltweit umfasst das Netzwerk über 2.000 Städte und Kommunen in 36 Ländern, darunter Großbritannien, Schweden, Brasilien und der Libanon.
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