Vermittler schlagen Waffenruhe vor – doch die Kämpfe gehen weiter.
Die USA haben in der Nacht zum Dienstag erneut Ziele im Iran bombardiert. Wie das US-Regionalkommando CENTCOM auf der Plattform X mitteilte, zielten die Angriffe auf militärische Einrichtungen, darunter Luftverteidigungssysteme, Kommandozentralen und Startanlagen für Drohnen und Raketen. Es war bereits die zehnte Nacht in Folge mit US-Angriffen auf Iran. Die Islamische Republik reagierte ihrerseits mit Attacken auf US-Ziele in der Region, darunter Stützpunkte in Kuwait und Jordanien. Laut der iranischen Nachrichtenagentur Irna wurden dabei auch US-Raketensysteme ins Visier genommen. Bestätigungen aus den betroffenen Ländern lagen zunächst nicht vor. In der Straße von Hormus wurde zudem ein Tanker von einem unbekannten Geschoss getroffen, wie die britische Schifffahrtsbehörde UKMTO meldete.
USA drohen Iran mit massiver Vergeltung
Der Vorfall ereignete sich knapp 15 Kilometer nordöstlich des omanischen Ortes Limah. Bereits zuvor waren innerhalb von 24 Stunden zwei weitere Schiffe in der strategisch wichtigen Meerenge angegriffen worden. Die USA werfen Iran vor, die Angriffe auf Handelsschiffe zu verüben, um die Kontrolle über die Meerenge zu behaupten. Teheran beansprucht diese Kontrolle für sich. US-Präsident Donald Trump drohte unterdessen mit massiver Vergeltung. „Jedes Mal, wenn Iran einen amerikanischen Soldaten tötet, wird er vielfach dafür bezahlen“, erklärte Trump auf seiner Plattform Truth Social.
Energiepreise und Wirtschaft geraten unter Druck
Seit Beginn des Konflikts Ende Februar sind 17 US-Militärangehörige getötet worden, darunter drei in den vergangenen Tagen. Während die militärischen Auseinandersetzungen anhalten, bemühen sich Vermittler um eine Deeskalation. Katar, Ägypten und Pakistan hätten den Kriegsparteien einen Vorschlag für eine zehntägige Feuerpause unterbreitet, berichteten das US-Nachrichtenportal Axios und das Wall Street Journal. Die Vermittler fürchten, Washington und Teheran könnten in einen Kreislauf geraten, der die regionalen Volkswirtschaften auf unbestimmte Zeit belastet. Die USA prüfen den Vorschlag derzeit, wie der Westen berichtet. Mitte Juni hatten die USA und Iran ein Rahmenabkommen vereinbart, das den Weg zur Beendigung des Krieges ebnen sollte.
Iran erklärt Krieg gegen die USA
Seit April galt zudem eine Waffenruhe, die Trump kürzlich jedoch für beendet erklärte. Auch Teheran fühlt sich nicht mehr an die vorläufige Absichtserklärung gebunden. Irans Präsident Massud Peseschkian erklärte am Montag, sein Land befinde sich in einem „vollumfänglichen Krieg“ mit den USA. Die Süddeutsche Zeitung berichtete unterdessen von Explosionen in der iranischen Hauptstadt Teheran, wo die Flugabwehr aktiviert worden sei. Dies könnte darauf hindeuten, dass die Eskalation in eine neue Phase tritt. Die genauen Ziele der US-Angriffe wurden von CENTCOM nicht bekannt gegeben.
