Mehr als 200 Helfer im Einsatz – Brandfläche wächst auf bis zu 19 Hektar
In der Gohrischheide im Landkreis Meißen kämpfen seit Samstagnachmittag über 200 Einsatzkräfte gegen einen Waldbrand. Die Lage bleibt angespannt, da Hitze, böiger Wind und Altmunition im Boden die Löscharbeiten erschweren. Wie der MDR berichtet, sind derzeit rund 16 Hektar Wald- und Heidefläche verbrannt, während die Tagesschau von einer Ausweitung auf mehr als 19 Hektar spricht. Die Unterschiede in den Angaben könnten auf unterschiedliche Messmethoden oder Zeitpunkte zurückzuführen sein. Die Einsatzleitung betont, dass sich das Feuer aktuell nicht weiter ausbreitet, aber kleinere Brandherde könnten sich zu einem größeren Feuer vereinen.
Hitze und Wind behindern Löscharbeiten
Bürgermeister Mirko Pollmer (parteilos) von Zeithain warnte am Sonntagvormittag vor ungünstigen Witterungsbedingungen. Steigende Temperaturen und böige Winde erschweren die Arbeit der Feuerwehr, zudem falle teilweise die Technik wegen der Hitze aus. Die Einsatzkräfte hoffen auf Regen, um die Situation zu entspannen. Bis dahin versuchen sie, das Feuer in einem eingegrenzten Bereich zu halten und die Wege mit Tanklöschfahrzeugen zu sichern, wie Raiko Riedel von der Feuerwehr Zeithain erklärte. Seit Sonntagvormittag steht ein zweiter Löschhubschrauber zur Verfügung, um ein Ausbreiten der Flammen in Richtung bewohnter Gebiete zu verhindern.
Altmunition erschwert Waldbrandbekämpfung
Das betroffene Gebiet ist besonders schwierig, da es durch Altmunition aus dem Zweiten Weltkrieg belastet ist. Dies verhindert, dass die Feuerwehr direkt an die Brandherde herankommt. Im Sommer 2025 hatte dort bereits der größte Waldbrand seit Jahrzehnten in Sachsen gewütet, der durch eine hitzebedingte Selbstentzündung von Altmunition ausgelöst worden war. Auch diesmal geht die Staatsanwaltschaft Dresden von einer Selbstentzündung aus. Ortschaften sind bisher nicht gefährdet, doch die Lage könnte sich laut Pollmer bei drehenden Winden schnell ändern.
Hitzewelle löst bundesweit Notfälle aus
Die extreme Hitze belastet nicht nur die Einsatzkräfte, sondern führt auch bundesweit zu zahlreichen hitzebedingten Notfällen. In Sachsen verzeichnete die Feuerwehr Dresden am Samstag mit 318 Einsätzen den bis dahin einsatzstärksten Tag des Jahres. Viele der Notfälle waren auf Kreislaufprobleme, Schwindel und Dehydrierung zurückzuführen. Die Feuerwehr appelliert an die Bevölkerung, ausreichend zu trinken und körperliche Anstrengungen in der Mittagshitze zu vermeiden.
Unwegsames Gelände bremst Löschfahrzeuge
In der Gohrischheide selbst sind die Bedingungen für die Löscharbeiten besonders hart. Das Gelände ist unwegsam, und gepanzerte Löschfahrzeuge können wegen der Sprenggruben nicht bis zu den Brandherden vordringen. Zudem sind bundesweit viele Feuerwehrkräfte bereits in anderen Regionen im Einsatz, was die personelle Unterstützung erschwert. Eine Lagebesprechung am Sonntagmorgen sollte die weitere Vorgehensweise klären.
