Die Binnenschifffahrtsbranche verlangt von der Bundesregierung einen verlässlichen Investitionsrahmen bis 2035, um den Bau von 1.000 modernen Güterbinnenschiffen in Europa zu ermöglichen. Verkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will das Förderprogramm für niedrigwassergerechte Schiffe fortführen, dessen Mittel für 2027 zunächst halbiert wurden.
Forderung nach Planungssicherheit und Investitionen
Steffen Bauer, Geschäftsführer von HGK Shipping, einem der führenden Binnenschifffahrtsunternehmen Europas, betonte gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“: „Wir brauchen von der Bundesregierung einen verlässlichen Investitionsrahmen bis 2035, der privates Kapital mobilisiert und Unternehmen Planungssicherheit für Neubauten gibt“.
Zielgröße sollte der Bau von 1.000 modernen Güterbinnenschiffen in Europa sein. "Setzt man zur Einordnung modellhaft ein durchschnittliches Investitionsvolumen von 12,5 Millionen Euro je Neubau an, entspricht die Zielgröße einem Investitionspotenzial von bis zu 12,5 Milliarden Euro" Die Bundesregierung solle dabei eine führende Rolle übernehmen und mit einem langfristig verlässlichen Förderrahmen private Investitionen in die Flottenerneuerung auslösen.
Niedrigwasser verschärft Handlungsdruck
Der dringende Bedarf zeige sich aktuell am Mittelrhein: Am Pegel Kaub wurden am Dienstag nur noch 16 Zentimeter gemessen. Die Prognosen wiesen auf eine weitere Verschärfung der Situation und einstellige Pegel hin, erklärte Bauer. Mit sinkenden Wasserständen reduzierten sich die möglichen Abladungen und damit die Transportkapazitäten auf einer der wichtigsten europäischen Verkehrsachsen massiv. Niedrigwasseroptimierte Schiffe könnten da den entscheidenden Unterschied machen.
Verkehrsminister Steffen Bilger hatte zuvor dafür geworben, die Förderung von Niedrigwasserschiffen in voller Höhe beizubehalten. Diese war von zunächst 36 Millionen Euro für 2027 zwischenzeitlich aus Haushaltsgründen halbiert worden. Steffen Bilger sagte dem RND: "Das Anliegen bringen wir in die parlamentarischen Haushaltsberatungen ein". Parallel dazu würden die erforderlichen europäischen Abstimmungen vorangetrieben, damit eine Fortführung der Förderung nicht unnötig verzögert werde.