SPD und AfD fast gleichauf – Koalitionsoptionen unklar
In Mecklenburg-Vorpommern hat die Landtagswahl ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen SPD und AfD gebracht. Wie die Berliner Zeitung berichtet, lag die AfD in den ersten Hochrechnungen bei 37,3 Prozent, die SPD bei 35,5 Prozent. Manuela Schwesig, amtierende Ministerpräsidentin und SPD-Spitzenkandidatin, betonte in ihrer Rede, die AfD habe ihr Ziel einer Alleinregierung nicht erreicht. „Die große Mehrheit hat für demokratische Parteien gestimmt“, so Schwesig. Die Wahlbeteiligung lag laut ARD-Prognose bei 79 Prozent.
AfD verdoppelt Stimmen ohne Koalitionschance
Die AfD konnte ihr Ergebnis im Vergleich zu 2021 mehr als verdoppeln, doch ohne Koalitionspartner bleibt ihr der Weg zur Regierungsbildung versperrt. Keine andere Partei hat bisher eine Zusammenarbeit mit der AfD ausgeschlossen. Die SPD verlor zwar leicht im Vergleich zur letzten Wahl, doch angesichts bundesweiter Schwäche der Partei gilt das Ergebnis als Erfolg. Die CDU stürzte auf 5 bis 5,5 Prozent ab, die Linke blieb mit 7,5 Prozent hinter den Erwartungen zurück. Die Grünen lagen bei 5,5 Prozent, die FDP scheiterte mit rund einem Prozent an der Fünf-Prozent-Hürde. Das BSW, erstmals angetreten, kämpfte mit Prognosen zwischen 4,8 und 5 Prozent um den Einzug in den Landtag.
Ampelkoalition als wahrscheinlichstes Szenario
Die bisherige rot-rote Koalition könnte nach den Prognosen keine Mehrheit mehr erreichen. Als wahrscheinlichstes Szenario gilt eine Ampelkoalition aus SPD, Linke und Grünen – vorausgesetzt, die Grünen schaffen den Einzug. Sollten sie scheitern, könnte Schwesig auf die CDU als Stütze angewiesen sein. Politikwissenschaftler Wolfgang Muno hält eine rot-rote Minderheitsregierung für unwahrscheinlich, da die CDU eine Tolerierung nicht mittragen würde. Der Zeitdruck ist hoch: Der neue Landtag muss innerhalb von 30 Tagen zusammentreten, danach bleiben 28 Tage für die Regierungsbildung.