Außenminister Wadephul besucht Ukraine und verurteilt russische Angriffe
Außenminister Johann Wadephul (CDU) ist kurz vor dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine zu einem Solidaritätsbesuch in Kiew eingetroffen. Gleich nach seiner Ankunft mit einem Sonderzug verurteilte er die zunehmenden russischen Drohnen- und Raketenangriffe als „wahllosen Mord an Zivilisten“ und warf Moskau die gezielte Zerstörung der Energieinfrastruktur vor, wie die ZEIT und der Tagesschau berichten. Wadephul betonte, die Ukraine werde die militärische Auseinandersetzung gewinnen und sicherte dem Land weitere Unterstützung zu. Kein Land investiere so viel in die militärische und finanzielle Hilfe für die Ukraine wie Deutschland, so der Minister. Gleichzeitig hoffe er, dass Russland durch die Unterstützung zu Friedensverhandlungen bewegt werden könne. Die Sommermonate Juli und August seien für die ukrainische Zivilbevölkerung die tödlichsten seit mehr als vier Jahren gewesen, sagte Wadephul. „Nie zuvor feuerte Russland mehr Raketen auf sein Nachbarland ab.“
Deutscher Politiker analysiert Putins Schwäche
Der Besuch wurde aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich angekündigt. Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit der ukrainischen Führung, unter anderem zur Wintersicherung und zur Vertiefung der deutsch-ukrainischen Sicherheitskooperation, wie der MDR und n-tv melden. Wadephul sieht in der wachsenden Kriegsmüdigkeit in Russland und der totalitären Unterdrückung im Inneren ein Zeichen der Schwäche des Regimes. Ziel aller Maßnahmen müsse es sein, dass Präsident Wladimir Putin den Frieden akzeptiere und nicht weiter die Jugend des eigenen Landes in den Tod schicke.
Russische Angriffe töten Zivilisten in der Ukraine
In der Nacht vor Wadephuls Ankunft hatten russische Streitkräfte erneut die Ukraine angegriffen. Dabei seien mindestens zwei Menschen getötet worden, berichten die ZEIT und n-tv übereinstimmend. In Kiew brach nach Angaben der Militärverwaltung ein Feuer in einer Lagerhalle aus, wobei ein Mensch starb und mehrere verletzt wurden. Auch aus dem südukrainischen Saporischschja wurden Tote gemeldet: Bei einem Drohnenangriff seien ein Mann getötet und vier weitere verletzt worden. Die Zahl der Opfer nach dem russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum in Krywyj Rih stieg laut MDR und n-tv auf mindestens 16 Tote und über 130 Verletzte, darunter 22 Kinder. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einer „absoluten Gräueltat“ und kündigte eine Antwort an.