Außenminister Wadephul besucht Ukraine und verurteilt russische Angriffe
Kurz vor dem 35. Unabhängigkeitstag der Ukraine ist Außenminister Johann Wadephul zu einem Solidaritätsbesuch in Kiew eingetroffen. Nach seiner Ankunft mit einem Sonderzug verurteilte der CDU-Politiker die zunehmenden russischen Drohnen- und Raketenangriffe als „wahllosen Mord an Zivilisten“, wie die ZEIT und die Tagesschau berichten. Wadephul warf Moskau zudem vor, gezielt die Energieinfrastruktur zu zerstören, um den Durchhaltewillen der ukrainischen Bevölkerung zu brechen. Die Sommermonate Juli und August seien für die Zivilbevölkerung die tödlichsten seit mehr als vier Jahren gewesen, so der Minister. „Nie zuvor feuerte Russland mehr Raketen auf sein Nachbarland ab“, betonte er laut dpa.
Deutschland stärkt Ukraine mit maximaler Unterstützung
Wadephul sicherte der Ukraine weitere militärische und finanzielle Unterstützung zu und hofft, dass Russland durch den Druck zu Friedensverhandlungen bewegt werden könne. Kein Land investiere so viel in die Unterstützung der Ukraine wie Deutschland, sagte er. Gleichzeitig verwies er auf Zeichen der Schwäche im russischen Regime, etwa durch „immer wirrere Propaganda und totalitärere Unterdrückung“. Der Besuch, der aus Sicherheitsgründen nicht öffentlich angekündigt wurde, ist Wadephuls vierter seit seinem Amtsantritt vor 16 Monaten. Im Mittelpunkt stehen Gespräche mit der ukrainischen Führung, wie die Tagesschau berichtet.
Russlands Angriffe fordern weitere zivile Opfer
Inmitten der politischen Signale aus Kiew meldeten ukrainische Behörden neue russische Angriffe. In der Hauptstadt Kiew brach nach einem Angriff ein Feuer in einer Lagerhalle aus, wobei mindestens ein Mensch starb und mehrere verletzt wurden, wie die ZEIT unter Berufung auf die Militärverwaltung mitteilt. In der Region Saporischschja wurden bei einem Drohnenangriff ein Mann getötet und vier weitere verletzt. Die Zahl der Opfer durch einen russischen Angriff auf ein Einkaufszentrum in Krywyj Rih stieg laut ukrainischen Behörden auf mindestens 16 Tote und über 130 Verletzte, wobei die Angaben je nach Quelle variieren. Präsident Wolodymyr Selenskyj sprach von einem „hinterhältigen Angriff in zwei Wellen“ und forderte erneut Unterstützung von den westlichen Verbündeten, insbesondere bei der Lieferung von Patriot-Luftverteidigungssystemen.