Am Sonntag, 13. September, hat Osnabrück gewählt. Während in einer Stichwahl am 27. September zwischen Volker Bajus (Grüne) und Katharina Pötter (CDU) noch der künftige Oberbürgermeister bzw. Oberbürgermeisterin für Osnabrück entschieden wird, stehen die gewählten Kandidatinnen und Kandidaten für den Stadtrat vorläufig. Damit zeigt sich auch: Der Osnabrücker Stadtrat wird deutlich männlicher.
Voraussichtlich knapp ein Drittel Frauen im Osnabrücker Stadtrat
50 Plätze werden im Stadtrat Osnabrück nach der Wahl am Sonntag (13. September) neu besetzt. Die Sitzverteilung steht dabei fest: Grüne und CDU besetzen jeweils zwölf Sitze, SPD folgt mit zehn Sitzen, die Linke mit sechs, AfD mit vier, FDP und Volt nehmen jeweils zwei Sitze ein und UWG einen. Das BSW zieht erstmals in den Osnabrücker Stadtrat mit einem Sitz ein.
Die Mitglieder des Stadtrates bleiben jedoch zunächst vorläufig. Es steht außerdem noch ein Losentscheid aus, das sich aber auf die Nachrückplätze bezieht. Nach dem Wahlergebnis zeigt die Liste der gewählten Kandidatinnen und Kandidaten aber eines deutlich: Der Osnabrücker Stadtrat wird männlicher.
Nach dem vorläufigen Ergebnis ist nur knapp ein Drittel der Ratsmitglieder weiblich, nach der Wahl 2021 waren immerhin rund 40 Prozent Frauen im Stadtrat vertreten.
Frauenanteil sinkt im Gegensatz zu 2021
Unter den 50 Gewählten finden sich nach Auszählung 16 Frauen und 34 Männer. Damit liegt der Frauenanteil bei 32 Prozent. 2021 lag nach Auszählung der Anteil bei 40 Prozent (20 Frauen).
Damit wurden 2026 zunächst vier Frauen weniger gewählt als noch bei der vergangenen Kommunalwahl. Der Frauenanteil unter den Gewählten sinkt damit um acht Prozentpunkte.
Auch innerhalb der größeren Parteien zeigt sich diese Entwicklung. Bei den Grünen waren 2021 sieben der 14 Gewählten Frauen, bei der CDU ebenfalls sieben von 13 und bei der SPD fünf von zwölf. Nach dem vorläufigen Ergebnis 2026 kommen die Grünen auf fünf Frauen bei zwölf Mandaten, die CDU auf vier Frauen bei zwölf Mandaten und die SPD auf vier Frauen bei zehn Mandaten. Die Linke stellt zwei Frauen bei sechs Gewählten, bei Volt ist eine von zwei gewählten Personen eine Frau. FDP, AfD, UWG und BSW haben nach der derzeitigen Aufstellung keine Frau unter ihren Gewählten.
Parteien und Wähler haben Einfluss auf Zusammensetzung
Welche Personen am Ende als gewählt gelten, ergibt sich aus einer Kombination von Parteiaufstellung und Wählerentscheidung. Die Parteien legen vor der Wahl fest, wer überhaupt kandidiert und in welcher Reihenfolge die Bewerberinnen und Bewerber auf ihren Listen stehen. Die Wählerinnen und Wähler können anschließend sowohl Listen als auch einzelne Personen wählen und damit die Reihenfolge der Kandidierenden mit beeinflussen.
Aus dem Ergebnis allein lässt sich allerdings nicht ableiten, worauf der gesunkene Frauenanteil zurückzuführen ist. Entscheidend sind sowohl die Kandidierendenaufstellung und Listenreihenfolge der Parteien als auch die Personenstimmen der Wählerinnen und Wähler. Fest steht lediglich: 2026 wurden sowohl absolut als auch anteilig weniger Frauen gewählt als noch fünf Jahre zuvor.
Von Parität noch deutlich entfernt
Damit ist das Ergebnis deutlich von einer gleichmäßigen Verteilung entfernt. Bei 50 Sitzen wären für eine rechnerische Parität 25 Frauen nötig. Nach dem derzeitigen Wahlergebnis sind es 16.
Dabei ist die Liste der Gewählten noch nicht zwingend identisch mit der endgültigen personellen Zusammensetzung des Stadtrates. Bis zur Konstituierung können etwa durch die Nichtannahme eines Mandats oder ein späteres Nachrücken noch Veränderungen entstehen. Entsprechend könnte sich auch der Frauenanteil noch verschieben. Nach dem derzeitigen Ergebnis liegt er allerdings bei 32 Prozent – acht Prozentpunkte niedriger als nach der Stadtratswahl 2021.
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