Konzern plant massive Sparmaßnahmen – Werke in Deutschland betroffen
Volkswagen steht vor tiefgreifenden Veränderungen. Konzernchef Oliver Blume hat erstmals konkrete Zahlen zum möglichen Stellenabbau genannt. Wie die Berliner Zeitung unter Berufung auf ein internes Interview berichtet, könnten weltweit rund 50.000 Arbeitsplätze wegfallen, falls die Arbeitskosten nicht angepasst werden. Blume begründete dies mit dem Ziel, die Kosten für Verwaltung, Infrastruktur und Unterstützung des Kerngeschäfts auf ein wettbewerbsfähiges Niveau zu senken. Aktuell lägen diese Kosten bei Volkswagen um 20 Prozent über dem Durchschnitt vergleichbarer Unternehmen. Daraus ergebe sich „eine theoretische Ableitung ohne Veränderung der Arbeitskosten rund 50.000 Stellen weltweit“, so Blume. Der genaue Umfang des Personalabbaus stehe jedoch noch nicht fest, da auch die Personalkosten selbst ein Hebel seien, den der Konzern nutzen wolle. Derzeit werde in allen Marken, Gesellschaften und Regionen geprüft, welche Anpassungen nötig und möglich seien, wie der Konzernchef weiter ausführte.
VW drohen Werksschließungen bis 2034
Medienberichten zufolge äußerte sich Blume auch zu den bedrohten Standorten in Deutschland. Laut der Berliner Zeitung sind die Werke in Zwickau, Emden, Hannover und das Audi-Werk in Neckarsulm betroffen. Volkswagen habe in Europa teure Überkapazitäten und könne dort 500.000 Autos mehr produzieren als nötig. „Die Wahrheit ist auch, dass wir heute für die Werke Emden, Hannover, Zwickau und Neckarsulm noch keine wettbewerbsgerechte Belegung bestätigen“, zitiert die Berliner Zeitung Blume. Berichten zufolge soll die Produktion in diesen Werken zwischen 2031 und 2034 auslaufen.
Stellenabbau und Sparprogramm nehmen Fahrt auf
Der Konzernbetriebsrat von Volkswagen kritisierte die Kommunikation Blumes scharf. Ein Sprecher des Betriebsrats sagte gegenüber RTL/ntv, der Vorstandschef habe sich weiterhin nicht direkt gegenüber der Belegschaft erklärt. Die Zitate in der Presse brächten „keinerlei Klarheit“ und machten „alles nur noch schlimmer“. Besonders belastend sei die Lage für die mehr als 40.000 Beschäftigten an den betroffenen Standorten, so der Sprecher. In der Belegschaft herrsche ein „enormer Vertrauensverlust“ gegenüber dem Management. Blume selbst hatte zuletzt eine leichte Kursänderung angedeutet und betont, es gebe „intelligentere Lösungen, als Werke zu schließen“.
Aufsichtsrat blockiert VW-Sparpaket
Am Donnerstag fand eine Aufsichtsratssitzung statt, bei der Blume einem Medienbericht zufolge mit einem weitergehenden Sparpaket gescheitert sein soll. Was konkret im abgelehnten Paket stand, war zunächst nur aus Medienberichten bekannt.
