Nach dem erneuten Vorrunden-Aus des DFB-Teams bei der Weltmeisterschaft geraten Trainer und Verband politisch unter Druck. Aus der Unionsfraktion im Bundestag werden eine kritische Analyse der sportlichen Leitung sowie strukturelle Reformen im Deutschen Fußball-Bund gefordert.
Union fordert Aufarbeitung „mit Demut“
Der sportpolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Stephan Mayer (CSU), hat nach dem WM-Aus des DFB-Teams umfassende Konsequenzen angemahnt. Im Mittelpunkt stehe dabei eine kritische Untersuchung der Rolle des Trainers. Der DFB müsse das Vorrunden-Aus „mit Demut“ aufarbeiten und rasch handeln, sagte Mayer der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe).
Mayer verwies auf die Wirkung des erneuten Scheiterns der Nationalmannschaft auf den Fußballnachwuchs. Der Verband solle bei seinen Entscheidungen auch an die vielen Kinder und Jugendlichen denken, „die noch nie einen überzeugenden Auftritt der DFB-Elf bei einer Weltmeisterschaft erlebt hätten“, so Mayer in der „Rheinischen Post“. Das Abschneiden der Nationalmannschaft sei „nicht nur eine herbe Enttäuschung, sondern auch eine veritable Blamage“.
Debatte über Strukturen im Verband gefordert
Neben der Person des Trainers rückte Mayer auch grundsätzliche Fragen in den Blick. Er verlangte eine Debatte über grundlegende Strukturfragen im Verband. Es müsse geklärt werden, warum es zwischen den sportlichen Erfolgen im Jugendbereich und den Resultaten der A-Nationalmannschaft ein so auffälliges Missverhältnis gebe, sagte Mayer der „Rheinischen Post“.
