Die dringend notwendige Sanierung des Felix-Nussbaum-Hauses und des Kulturgeschichtlichen Museums in Osnabrück nimmt die nächste politische Hürde. Der Kulturausschuss hat in seiner jüngsten Sitzung einstimmig beschlossen, die Verwaltung mit der Erstellung einer Entwurfsplanung samt Kostenberechnung für eine Teilsanierung zu beauftragen. Nun muss der Stadtrat noch zustimmen. Für die Planungen werden rund 300.000 Euro veranschlagt.
Politik drängt auf Tempo
Im Mittelpunkt der Sanierung stehen insbesondere die Dächer und die raumlufttechnischen Anlagen beider Museen. Die eigentlichen Bauarbeiten sind nach aktuellem Stand ab 2030 vorgesehen – im Anschluss an das Jubiläumsprogramm zum 30-jährigen Bestehen des Nussbaum-Hauses (2028) und zum 125. Geburtstag des Osnabrücker Malers Felix Nussbaum (2029).
Im Ausschuss herrschte Einigkeit darüber, dass die Arbeiten nicht weiter hinausgezögert werden dürfen. „Wir müssen die Sanierung machen und das zügig auf den Weg bringen“, sagte Heiko Schlatermund (SPD). Auch Brigitte Neumann (CDU) machte deutlich, dass der Handlungsbedarf seit Langem bekannt sei. Deshalb dürfe keine weitere Zeit verloren werden.
Technik am Ende ihrer Lebensdauer
Das Felix-Nussbaum-Haus wurde 1998 eröffnet und gilt als architektonisches Schlüsselwerk von Daniel Libeskind. Gemeinsam mit dem benachbarten Kulturgeschichtlichen Museum bildet es heute das Herzstück des Museumsquartiers.
Doch knapp 30 Jahre nach der Eröffnung sind zentrale technische Anlagen überaltert. Sowohl die Klimaanlagen im Felix-Nussbaum-Haus als auch im Kulturgeschichtlichen Museum haben das Ende ihrer Lebensdauer erreicht. Ersatzteile sind kaum noch verfügbar, Wartungen werden zunehmend schwieriger und die Anlagen entsprechen weder energetisch noch hygienisch heutigen Anforderungen.
Gerade für das Felix-Nussbaum-Haus ist eine zuverlässige Klimatisierung von entscheidender Bedeutung. Nur wenn konstante Temperatur- und Feuchtigkeitswerte eingehalten werden, können weiterhin internationale Leihgaben gezeigt werden.
Schäden an den Dächern
Neben der Technik bereiten auch die Dächer Sorgen. Im Felix-Nussbaum-Haus kam es in den vergangenen Jahren bereits zu Feuchtigkeitsschäden im Bereich der Flachdächer und Lichtbänder. Diese konnten bislang lediglich provisorisch abgedichtet werden. Im Kulturgeschichtlichen Museum soll im Zuge der Arbeiten die schadstoffhaltige Faserzement-Dacheindeckung entfernt und durch eine historische Schiefereindeckung ersetzt werden. Darüber hinaus sind weitere Maßnahmen vorgesehen – von der Erneuerung der Oberlichter über die Sanierung einzelner Fassadenbereiche bis hin zur Modernisierung der Heizungs- und Kältetechnik.
Mindestens 15 Monate geschlossen
Die eigentliche Teilsanierung wird voraussichtlich eine Schließung beider Häuser erforderlich machen. Nach derzeitiger Einschätzung ist mit einer Schließzeit von mindestens 15 Monaten zu rechnen. Im weiteren Planungsprozess soll jedoch geprüft werden, wie sich diese Dauer möglichst verkürzen lässt.
Die Gesamtkosten der Baumaßnahmen werden nach einer ersten Schätzung bei rund 5,1 Millionen Euro liegen. Davon entfallen etwa 3,4 Millionen Euro auf das Felix-Nussbaum-Haus und rund 1,7 Millionen Euro auf das Kulturgeschichtliche Museum.
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