Das markante Felix-Nussbaum-Haus gehört zu den bekanntesten Kulturorten in Osnabrück. Doch nach nicht einmal drei Jahrzehnten steht das architektonische Aushängeschild gemeinsam mit dem benachbarten Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück vor einer umfangreichen Sanierung. Bevor im Museumsquartier gebaut wird, muss jetzt allerdings erst die Politik grünes Licht geben.
300.000 Euro als Startschuss
Schon in der kommenden Woche beschäftigt sich der Immobilienausschuss der Stadt mit dem Projekt. Dort soll zunächst die Freigabe von 300.000 Euro beschlossen werden – allerdings nicht für Bauarbeiten, sondern für die Entwurfsplanung inklusive detaillierter Kostenberechnung. Erst wenn diese Planungen abgeschlossen sind, wird klar sein, wie teuer die eigentliche Modernisierung am Ende tatsächlich wird.
Der Hintergrund: Beide Häuser zeigen nach rund 30 Jahren deutlichen Sanierungsbedarf. Dächer, Klima- und Gebäudetechnik gelten als überholt oder verschlissen. Gleichzeitig sind konstante klimatische Bedingungen entscheidend, damit empfindliche Kunstwerke geschützt werden und weiterhin internationale Leihgaben nach Osnabrück kommen können.
Gebaut werden soll erst ab 2030 – nach zwei wichtigen Jubiläen
Besonders sensibel ist die Aufgabe im Felix-Nussbaum-Haus. Das 1998 eröffnete Gebäude war das erste realisierte Bauwerk des Architekten Daniel Libeskind und gilt bis heute als architektonisches Wahrzeichen der Stadt. Geplant sind dort unter anderem neue Klima- und Lüftungstechnik, energetische Verbesserungen, Arbeiten an Dachflächen und Lichtbändern sowie die Beseitigung von Feuchte- und Betonschäden. Parallel dazu soll das Kulturgeschichtliche Museum modernisiert werden. Dort stehen die Erneuerung der Klimaanlage, die Dachsanierung, der Austausch schadstoffhaltiger Bauteile und eine neue Museumsbeleuchtung auf der Liste.
Gebaut werden soll erst ab 2030 – ganz bewusst nach den Jubiläumsprogrammen zum 30-jährigen Bestehen des Felix-Nussbaum-Hauses im Jahr 1928 und zum 125. Geburtstag von Felix Nussbaum im Jahr 1929. Während der Bauzeit wird mit einer Schließung von mindestens 15 Monaten gerechnet.
Sanierung von Theater und Stadion verschlingt auch Millionen
Nach ersten Schätzungen belaufen sich die Kosten aktuell auf rund 5,1 Millionen Euro, die sich aufteilen in 3,4 Millionen für das Felix-Nussbaum-Haus und 1,7 Millionen für das Kulturgeschichtliche Museum. Doch im Vergleich zu anderen Großprojekten der Stadt wirkt diese Summe fast überschaubar.
Auch das Theater Osnabrück steht vor einer grundlegenden Sanierung und dem Neubau eines Proben- und Werkstattzentrums. Die lange genannte Größenordnung von rund 80 Millionen Euro stammt aus älteren Berechnungen und basiert auf früheren Annahmen. Experten rechnen inzwischen damit, dass die tatsächlichen Kosten durch Preissteigerungen und die lange Zeitschiene deutlich höher ausfallen könnten – belastbare neue Gesamtkalkulationen zur Theatersanierung liegen bislang aber nicht öffentlich vor.
Hinzu kommt die geplante Sanierung der Bremer Brücke. Für den Stadionumbau werden inzwischen Gesamtkosten von rund 67 Millionen Euro genannt. Damit wächst in Osnabrück die Liste der Großbaustellen – und mit ihr die Frage, wie viel sich die hoch verschuldete Stadt in den kommenden Jahren leisten kann.
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