Die Einführung der Organspende nach einem endgültigen Herz-Kreislauf-Stillstand könnte in Deutschland die Zahl der Transplantationen deutlich erhöhen und Wartezeiten verkürzen. Das geht aus einer Studie hervor, die auf europäischen Daten beruht und im Deutschen Ärzteblatt veröffentlicht wurde.
Deutlich mehr Transplantationen möglich
Forscher der Universität Kiel und der Eurotransplant International Foundation teilten am Freitag mit, dass die Einführung der Organspende nach endgültigem Herz-Kreislauf-Stillstand in Deutschland erhebliche Auswirkungen auf die Transplantationszahlen haben könnte. Ihre Studie, die laut Deutschem Ärzteblatt auf europäischen Daten basiert, befasst sich mit möglichen Effekten dieser zusätzlichen Spendeform.
Derzeit ist in Deutschland nur die Organspende nach einem irreversiblen Hirnfunktionsausfall zulässig. In vielen anderen Ländern ist zusätzlich die kontrollierte Spende nach Herzstillstand etabliert. Modellrechnungen für das Jahr 2023 zeigen, dass bei einer Übernahme von Rahmenbedingungen wie in der Schweiz etwa 35 Prozent mehr Leber- und 60 Prozent mehr Nierentransplantationen möglich gewesen wären.
Abhängigkeit von Rahmenbedingungen
Die Autoren der Studie betonen, dass die Wirkung stark von den jeweiligen organisatorischen und rechtlichen Rahmenbedingungen abhänge. Sie verweisen darauf, dass ihre Berechnungen auf Annahmen basieren, die sich an bestehenden Modellen anderer europäischer Länder orientieren.
Mit ihrer Arbeit wollen die Wissenschaftler nach eigenen Angaben die öffentliche Debatte erweitern, die sich derzeit vor allem auf die Einführung der Widerspruchslösung konzentriere. Die Entscheidung über eine mögliche Einführung der Herz-Kreislaufstillstand-Spende sei eine gesellschaftliche und politische Frage, so die Autoren der im Deutschen Ärzteblatt veröffentlichten Studie.
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