Der brasilianische Staatspräsident Lula da Silva setzt angesichts zunehmender globaler Spannungen auf eine „strategische Partnerschaft“ mit Deutschland, um den Multilateralismus zu stärken. In einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ und das „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe) betont er die Bedeutung gemeinsamer Antworten auf weltpolitische Krisen und wirtschaftliche Herausforderungen.
Lula da Silva wirbt für Multilateralismus
Angesichts wachsender internationaler Konflikte plädiert Lula da Silva für eine enge Zusammenarbeit mit Deutschland. „Ich bin überzeugt, dass der Multilateralismus alternativlos ist“, schreibt da Silva in einem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ und das „Handelsblatt“ (Freitagsausgabe). „Nur durch ihn können wir den Forderungen unserer Völker und der gesamten Menschheit nach Frieden, Nachhaltigkeit und geteiltem Wohlstand gerecht werden“, heißt es in dem Beitrag weiter.
Brasilien ist in diesem Jahr Partnerland bei der Hannover Messe, die an diesem Wochenende beginnen soll. Da Silva erklärt, er habe die Einladung von Bundeskanzler Friedrich Merz nach Hannover angenommen, um die Partnerschaft zwischen Brasilien und Deutschland weiter zu vertiefen. „Während die globale Instabilität zunimmt, setzen unsere Länder auf Dialog und Zusammenarbeit, um konkrete Lösungen für die großen Herausforderungen unserer Zeit zu entwickeln“, schreibt Lula da Silva in dem Gastbeitrag für „Tagesspiegel“ und „Handelsblatt“.
Kritik am Unilateralismus und wachsenden Militärausgaben
Mit Blick auf die internationale Lage spricht da Silva von „einem besonders kritischen Moment der Weltpolitik“. „Der Unilateralismus nimmt zu, das Recht des Stärkeren drängt sich vor, die Militärausgaben erreichen mit rund 2,7 Billionen US-Dollar einen neuen Rekord – dabei genügten nur vier Prozent dieses Betrags, um den Hunger in der Welt zu beenden“, so der brasilianische Präsident in seinem Beitrag für „Tagesspiegel“ und „Handelsblatt“.
Zudem würden Zollstreitigkeiten nach seinen Worten das Handelsgefüge durcheinanderbringen und Ungleichheiten vertiefen. Vor diesem Hintergrund hebt Lula da Silva die Bedeutung des Freihandelsabkommens zwischen der Europäischen Union und der südamerikanischen Wirtschaftsorganisation Mercosur hervor, das im Januar unterzeichnet und ab 1. Mai 2026 vorläufig angewendet werden soll.
Freihandelsabkommen als Signal für multilaterale Lösungen
„Das Abkommen erweitert den Zugang zu Märkten, schafft klare, vorhersehbare Regeln und bietet so Raum für die Ausweitung von Investitionen, Exporten und Produktionsketten auf beiden Seiten des Atlantiks“, schreibt der brasilianische Präsident in dem Gastbeitrag für den „Tagesspiegel“ und das „Handelsblatt“. „Sein wahrer Erfolg wird daran gemessen werden, wie schnell seine Vorzüge Fabriken, Landwirtschaft, Supermarktregale und die Geldbörsen der Bürger erreichen. Sein Erfolg wird zeigen, dass beide Seiten von multilateralen Lösungen profitieren.“
Brasilien ist in diesem Jahr erstmals seit mehr als 40 Jahren wieder Partnerland der Messe Hannover und dort mit 140 Unternehmen vertreten. Gemeinsam mit dem deutschen Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) soll der brasilianische Präsident Lula da Silva am Sonntag die Industriemesse eröffnen.
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