# Ramelow warnt: Nachlassende NS-Erinnerung befördert Antisemitismus Datum: 08.04.2026 07:39 Kategorie: Deutschland & die Welt URL: https://hasepost.de/ramelow-warnt-nachlassende-ns-erinnerung-befoerdert-antisemitismus-700328/ --- Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow warnt vor einem wachsenden Antisemitismus, den er auch auf eine schwindende Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus zurückführt. Er sieht in der mangelnden Kenntnis über Auschwitz und die Entstehung Israels ein zentrales Problem, das insbesondere jüngere Generationen betrifft. Zugleich fordert er seine Partei auf, sich auf dem bevorstehenden Parteitag inhaltlich klar mit dem Thema auseinanderzusetzen. Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow sieht die Ursache für Antisemitismus in der Linken wie auch außerhalb der Partei in der nachlassenden Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus. „Wenn 40 Prozent unserer Bevölkerung mit dem Begriff Auschwitz nichts mehr anfangen können, dann ist etwas ins Rutschen geraten“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ mit Blick auf die Einsicht der Nachkriegsgeneration, dass der Staat Israel auch eine Folge des Holocaust ist. ## Generationenfrage und Nahost-Konflikt Ramelow zufolge spielt dabei die Haltung jüngerer Menschen zum Nahost-Konflikt eine bedeutende Rolle. „Ein Teil der jungen Leute übernimmt dabei sogar Argumente der arabischen Seite und sagt: Dann sind wir ja schuld, dass es den Palästinensern so schlecht geht.“ Wer dann kein Wort mehr zur Hamas und zur Hisbollah verliere, sei völlig falsch unterwegs. „Da fehlt es auch an Wissen – etwa darüber, wie Hamas und Hisbollah mit dem Thema Gleichberechtigung von Männern und Frauen umgehen. Sie verkörpern eine sehr autoritäre Form von religiösem Fanatismus. Und das Autoritäre wird oft völlig ausgeblendet.“ Ramelow betonte, dass Antisemitismus kein Problem sei, das ausschließlich seine Partei betreffe. „Die Bewertung der Lage im Nahen Osten und die Entstehungsgeschichte Israels sind mittlerweile ein Generationsthema.“ ### Debatte in der Linken vor Parteitag Mit Blick auf den für Juni geplanten Parteitag in Potsdam forderte Ramelow eine klare inhaltliche Auseinandersetzung seiner Partei mit dem Thema. „Wir sollten uns in aller inhaltlichen Klarheit mit dem Thema auseinandersetzen.“ Er hoffe darauf, dass es gelinge, einen Prozess des Nachdenkens einzuleiten – und zwar darüber, wofür die emanzipatorische Linke stehe. „Das können wir aber nicht loslösen von der real existierenden Judenfeindlichkeit in Deutschland. Das wäre ein schwerer Fehler.“ Er selbst habe sich im Übrigen „entschieden, diesen Konflikt auszuhalten. Und ihn auszuhalten heißt, ihn mitzugestalten“. Ramelow hatte sich nach eigenen Angaben mehrfach gegen Antisemitismus in den Reihen seiner Partei gewandt und war dafür intern auch mehrfach angegriffen worden. ✨ mit KI bearbeitet --- Quelle: Hasepost.de - Die Zeitung für Osnabrück