In Fernverkehrszügen der Deutschen Bahn sind in den vergangenen Jahren deutlich mehr Fahrgäste ohne gültiges Ticket unterwegs gewesen. Das geht aus Antworten des Bundesjustizministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linken hervor, über die die "Rheinische Post" in ihrer Montagsausgabe berichtet. Zugleich stieg die Zahl der Anzeigen wegen Erschleichens von Leistungen im DB-Fernverkehr deutlich an.
Deutlicher Anstieg bei ertappten Fahrgästen ohne Fahrschein
Im Fernverkehr der Deutschen Bahn (DB) wurden 2024 mehr als 268.000 Menschen ohne gültiges Ticket ertappt. 2023 hatten rund 264.000 Menschen keinen Fahrschein, 2022 traten knapp 214.000 Menschen ihre Reise ohne gültiges Ticket an. Nur ein Bruchteil der Betroffenen konnte nachträglich einen Fahrschein vorlegen.
Zugleich sind auch die Anzeigen gegen Fahrgäste ohne gültiges Ticket deutlich angestiegen. So kam es im DB-Fernverkehr im Jahr 2024 zu 18.010 Anzeigen wegen des Erschleichens von Leistungen (§ 265a StGB). 2023 gab es 17.125 Anzeigen, 2022 wurden 12.648 Anzeigen registriert.
Bundesweite Zahlen zur Beförderungserschleichung
Zahlen für den öffentlichen Personennahverkehr liegen der Bundesregierung nach eigenen Angaben nicht vor. Allerdings wurden in Deutschland 2024 insgesamt mehr als 140.000 Fälle von sogenannter Beförderungserschleichung registriert. Das waren mehr als im Jahr 2022 mit knapp 132.000 Fällen, aber etwas weniger als 2023 mit gut 144.000 Fällen.
Kritik der Linken an Strafverfolgung und Ersatzfreiheitsstrafe
„Immer mehr Menschen können sich kein Ticket für den Bus leisten. Der Staat drangsaliert sie dafür mit überzogenen Strafen und steckt diejenigen, die nicht zahlen können, sogar in Gefängnisse“, kritisierte der Bundestagsabgeordnete Luke Hoß, rechtspolitischer Sprecher der Linken, laut „Rheinischer Post“. „Statt Armut weiter zu bestrafen, muss die Bundesregierung dringend die Verfolgung von Bagatellen und die Ersatzfreiheitsstrafe abschaffen“, forderte er in der Zeitung.
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