Die Industriegewerkschaft IG Bau warnt vor einer massiven Zunahme von Wohnarmut unter künftigen Rentnern. Nach Berechnungen im Auftrag der Gewerkschaft droht insbesondere vielen Angehörigen der Babyboomer-Jahrgänge, im Alter einen Großteil ihres Einkommens für Miete ausgeben zu müssen und kaum Geld zum Leben zu behalten.
Millionen Babyboomer mit niedriger Rente
IG-Bau-Chef Robert Feiger hat in der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe) vor einer drohenden Wohnarmut vieler Rentner gewarnt. Rund 5,1 Millionen Baby-Boomer würden weniger als 800 Euro pro Monat aus der gesetzlichen Rente bekommen, sagte Feiger der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe). Das seien quer durch die Republik rund 40 Prozent der geburtenstarken Jahrgänge, die ab diesem Jahr bis 2036 in Rente gingen. Spätestens die Miete dränge einen Großteil der Baby-Boomer dann in die Wohnarmut, erklärte er in der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe).
Feiger bezog sich auf eine Berechnung des Pestel-Instituts im Auftrag der IG Bau. Im Fokus standen die geburtenstarken Jahrgänge, die zwischen 2026 und 2036 voraussichtlich in Rente gehen. Wohnarmut bedeutet, dass Menschen nach Abzug der Wohnkosten kaum noch genügend Geld zum Leben haben.
Nordrhein-Westfalen besonders betroffen
Am stärksten betroffen wäre laut Pestel-Institut das bevölkerungsreichste Bundesland Nordrhein-Westfalen, wo weit mehr als eine Million Baby-Boomer in den kommenden zehn Jahren in Wohnarmut rutschen könnten. Schon heute leben laut den Zahlen des Pestel-Instituts bundesweit mehr als 760.000 Menschen im Alter in Grundsicherung. Ihr Anteil an allen Rentnern beträgt damit rund 4,3 Prozent. 2010 waren es noch 2,5 Prozent.
Bezahlbares Wohnen als „soziale Frage Nummer 1“
Vor diesem Hintergrund bezeichnete Feiger das bezahlbare Wohnen als „soziale Frage Nummer 1“ und sprach sich für mehr Neubau aus. Mehr Neubau sei der Schlüssel zum Erfolg für das Ankurbeln der Wirtschaft. „Wenn das Wirtschaftswachstum die Schicksalsfrage der Koalition ist, dann hängt das Schicksal der Koalition am Neubau von Wohnungen“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Donnerstagausgabe).
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