Bundesbank-Präsident Joachim Nagel rechnet im Jahresdurchschnitt mit einer Inflation von etwa 2,7 Prozent in Deutschland. Unter widrigen Umständen könnte die Teuerung nach seinen Aussagen noch höher ausfallen. Als zentralen Unsicherheitsfaktor sieht Nagel die Blockade der Straße von Hormus und die Folgen des Irankriegs für Energiepreise und Lebenshaltungskosten.
Unsicherheit durch Blockade der Straße von Hormus
Bundesbank-Präsident Joachim Nagel sieht die Inflation in Deutschland im Jahresdurchschnitt bei etwa 2,7 Prozent. Unter widrigen Umständen könnte sie noch höher ausfallen, sagte Nagel dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Donnerstagausgabe). Alles hänge davon ab, wie lange die Straße von Hormus blockiert bleibe. „Das ist die Achillesferse der Weltwirtschaft“, sagte Nagel dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Eigentlich habe man das schon vor diesem Krieg gewusst. Der Irankrieg werde die Lebenshaltungskosten in Deutschland deutlich nach oben treiben.
Beschädigte Förder- und Verarbeitungsanlagen
Nagel verwies darauf, dass fehlende Transportmöglichkeiten durch die Straße von Hormus nicht das einzige Problem seien. Der Krieg habe auch Anlagen zur Förderung und Verarbeitung von Rohöl und Erdgas zerstört, erklärte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Es könne einige Zeit dauern, bis die Raffinerien wieder ihr altes Fördervolumen erreichten. „Insofern könnten wir am Ende – selbst wenn die Straße von Hormus wieder frei ist – noch für längere Zeit bei höheren Energiepreisen landen“, warnte Nagel gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
Steigende Risiken und Versicherungsprämien
Möglicherweise würden auch höhere Versicherungsprämien für Frachter die Preise treiben, weil die Gefahren künftig höher eingeschätzt würden. Das seien keine guten Aussichten, erklärte der Bundesbank-Präsident dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
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