Das Morgenland Festival Osnabrück präsentiert vom 29. Mai bis 6. Juni 2026 ein Programm, das Kunst und Musik konsequent als Mittel des Dialogs und der gesellschaftlichen Reflexion nutzt. Neben dem Festival selbst stehen dabei zwei besondere Kooperationsprogramme sowie eine begleitende Lesung im Zentrum, die unterschiedliche Formen künstlerischer Auseinandersetzung mit politischen und persönlichen Konfliktlinien sichtbar machen.
Ausstellung: Künstlerischer Protest und iranische Perspektiven
Den Auftakt bildet im Kunstraum hase29 die Ausstellung „Widerstand – Von feinen Rissen und tiefen Erschütterungen“, die am 8. Mai 2026 um 19:00 Uhr eröffnet wird. Die Arbeiten von Homa Emami, Parastou Forouhar, Nazanin Noori und Anahita Razmi thematisieren Widerstand vor dem Hintergrund politischer Repressionen im Iran und zeigen neue Perspektiven auf Identität und Transformation. Ergänzt wird die Eröffnung um 20:00 Uhr durch eine Performance von Ghazal Ramzani.
Lesung: Biografie und die Spuren der Diaspora
Die literarische Perspektive wird am 20. Mai 2026 durch die Lesung „Dinosaurierkind“ von Maryam Aras vertieft. In Kooperation mit dem Literaturbüro Westniedersachsen beleuchtet die Autorin die politische Biografie ihres Vaters und füllt damit Leerstellen in der Geschichtsschreibung der iranischen Diaspora. Die Veranstaltung im Kunstraum hase29 wird von Dr. Jens Peters moderiert; der Besuch ist ohne Anmeldung auf Spendenbasis möglich.
Akademie: Musikalische Begegnungen und neue Wege
Eine musikalische Erweiterung des Festivals ist vom 1. bis 7. August 2026 die „Morgenland Akademie – Summer Music Camp“. Im Tonstudio Fattoria Musica erarbeiten junge Talente aus Deutschland und Griechenland unter der Leitung von Nemat Battah, Bernhard Schimpelsberger und Mahan Mirarab neue Wege der Improvisation. Die Ergebnisse werden am 7. August in einem Abschlusskonzert in der Lagerhalle Osnabrück präsentiert. Das Projekt wird von der Gesellschaft der Freunde Morgenland Festival Osnabrück organisiert und maßgeblich von der ZEIT-Stiftung, der Stiftung Niedersachsen, der Stadt Osnabrück sowie der Stiftung der Sparkasse Osnabrück gefördert.
Kultur als Brücke in schwierigen Zeiten
Das Morgenland Festival Osnabrück unterstreicht erneut, dass Kultur eine entscheidende Brücke ist, um einander besser zu verstehen und schwierige Themen mutig anzusprechen. In einer Zeit verhärteter Fronten schafft das Festival einen Raum für echte Begegnungen. Es geht darum, zuzuhören, Neues zu entdecken und gemeinsam über die Grenzen hinweg über das nachzudenken, was uns alle bewegt.
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