Der Wirtschaftsweise Achim Truger hat die hohe Zahl an Beamten in Deutschland kritisiert und eine Einbeziehung aller Staatsdiener in die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) gefordert. Er warnt davor, Beamte dauerhaft von der GKV auszuschließen, und sieht darin die Gefahr eines Klassensystems. Nach seiner Einschätzung könnten die vergleichsweise guten Gehälter der Beamten die Finanzlage der gesetzlichen Kassen verbessern.
Weniger Verbeamtung, mehr Solidarität
Achim Truger, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, stellte in einem Interview mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ die Zahl der Beamten in Deutschland grundsätzlich infrage. „Man sollte sich fragen, ob es überhaupt so viele Beamte braucht“, sagte Truger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Lehrer und Universitätsprofessoren wie er müssten seiner Ansicht nach nicht zwingend verbeamtet werden.
Langfristig sieht Truger in einer breiteren Beteiligung von Staatsdienern an der GKV einen Weg, diese stärker in die Solidargemeinschaft einzubinden. Dadurch solle die Entstehung eines Klassensystems verhindert werden. „Dass Beamte aus der gesetzlichen Krankenversicherung rausgehalten werden, halte ich für völlig falsch“, so Truger gegenüber der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Durch die guten Gehälter der Beamten könne aus seiner Sicht die Kassenlage der GKV gestärkt werden.
Kritik an Kostenverteilung im Gesundheitssystem
Neben der Beamtenfrage kritisierte Truger eine aus seiner Sicht unfaire Verteilung der Kosten im Gesundheitssystem zulasten der Beitragszahler. „Dass es den Beamten zum Teil so gut geht, hängt auch damit zusammen, dass man das Leben der anderen über die Jahre verschlechtert hat“, sagte er der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
Er verwies dabei darauf, dass Beitragszahler für den Großteil der Kosten der Gesundheitsversorgung von Bürgergeldempfängern aufkommen müssten. „Etwa indem der Beitragszahler für den Großteil der Kosten der Gesundheitsversorgung von Bürgergeldempfängern aufkommen müsse. Da mache sich der Bund einen schlanken Fuß“, sagte Truger der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.
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