Die Handwerksbetriebe in Deutschland haben im Jahr 2024 einen Umsatzrückgang verzeichnet. Während große Unternehmen im Handwerk zulegen konnten, gerieten vor allem kleine Betriebe unter Druck. Innerhalb der verschiedenen Gewerbegruppen entwickelten sich die Umsätze unterschiedlich stark, mit Zuwächsen etwa im Gesundheitsgewerbe und Rückgängen im Ausbaugewerbe.
Im Jahr 2024 erwirtschafteten die rund 564.000 Handwerksunternehmen in Deutschland einen Umsatz von 762 Milliarden Euro. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) am Donnerstag mitteilte, sank der Umsatz damit um 0,6 Prozent und die Zahl der Handwerksunternehmen um 0,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Jahresdurchschnitt 2024 waren rund 6,0 Millionen Personen im Handwerk tätig, darunter 4,1 Millionen sozialversicherungspflichtig Beschäftigte und 1,3 Millionen geringfügig Beschäftigte (Quelle: Statistisches Bundesamt – Destatis).
Große Betriebe legen zu, kleine verlieren deutlich
Nach der Unternehmensgröße betrachtet erzielten große Handwerksunternehmen ab 50 Beschäftigten im Jahr 2024 einen Umsatzanstieg von 3,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Kleine Handwerksunternehmen mit weniger als fünf Beschäftigten verzeichneten dagegen einen deutlichen Umsatzrückgang von 15,1 Prozent (Quelle jeweils: Statistisches Bundesamt – Destatis).
Bedeutende Rolle im Baugewerbe
Besondere Bedeutung hat das Handwerk im Baugewerbe: Im Jahr 2024 waren knapp zwei Drittel (65,2 Prozent) aller Unternehmen in diesem Wirtschaftszweig Handwerksunternehmen. Die weitaus größte Gewerbegruppe innerhalb des Baugewerbes und des Handwerks insgesamt – sowohl bezogen auf die Zahl der Unternehmen als auch auf die tätigen Personen sowie den Umsatz – ist das Ausbaugewerbe. Im Jahr 2024 erwirtschafteten die 213.000 Handwerksunternehmen dort mit 1,6 Millionen tätigen Personen einen Umsatz von 213 Milliarden Euro. Damit sank die Zahl der Handwerksunternehmen im Ausbaugewerbe gegenüber dem Vorjahr um 2,1 Prozent und der Umsatz um 3,2 Prozent. Bei der Zahl der tätigen Personen ist ein Vergleich aufgrund eines Methodenwechsels nicht möglich (Quelle: Statistisches Bundesamt – Destatis).
Unterschiedliche Entwicklung in den Gewerbegruppen
Bei der Umsatzentwicklung unterschieden sich die Gewerbegruppen im Jahr 2024 zum Teil deutlich. Das größte Umsatzplus verzeichnete das Gesundheitsgewerbe mit einem Anstieg von 4,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Zu dieser Gewerbegruppe gehören unter anderem Augenoptiker/-innen, Hörakustiker und Zahntechniker. Einen kräftigen Umsatzanstieg verzeichnete auch das Kraftfahrzeuggewerbe (+3,3 Prozent zum Vorjahr), während der Umsatz im Lebensmittelgewerbe nur leicht stieg (+0,6 Prozent). Umsatzrückgänge wiesen dagegen neben dem Ausbaugewerbe (-3,2 Prozent) auch das Handwerk für den gewerblichen Bedarf (-2,0 Prozent) und das Bauhauptgewerbe (-1,2 Prozent) auf (Quelle: Statistisches Bundesamt – Destatis).
Der Anteil des Handwerks am Umsatz der Gesamtwirtschaft lag im Jahr 2024 bei 7,8 Prozent, das waren 0,2 Prozentpunkte mehr als im Vorjahr. Insgesamt waren im Handwerk 12,7 Prozent aller sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland tätig. Der Anteil der Handwerksunternehmen an allen Unternehmen betrug 15,9 Prozent (Quelle: Statistisches Bundesamt – Destatis).
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