Die gesetzliche Krankenversicherung steuert auf ein deutlich größeres Finanzloch zu als bislang kalkuliert. Nach Informationen des Bundesgesundheitsministeriums werden die Ausgaben im laufenden Jahr um 3,5 Milliarden Euro höher ausfallen als ursprünglich angenommen, berichtet die „Bild“. Die Folgen dieser Entwicklung werden vor allem in den kommenden Jahren spürbar, wenn sich die prognostizierten Finanzierungslücken schrittweise vergrößern.
Ausgaben steigen stärker als geplant
Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Ärzte, Arzneimittel und Kliniken sind von Januar bis März um 7,8 Prozent gestiegen, wie die „Bild“ unter Berufung auf Angaben des Bundesgesundheitsministeriums berichtet. Bislang war das Ministerium demnach von einem Plus von 6,5 Prozent für das gesamte Jahr ausgegangen.
Die nun erwarteten Mehrausgaben von 3,5 Milliarden Euro vergrößern die ohnehin angespannte Finanzlage der Kassen. Die Finanzlücke der gesetzlichen Krankenkassen fällt damit größer aus als bisher kalkuliert.
Prognose: Milliardendefizite bis 2030
Die entstehende Finanzierungslücke wird nach den Angaben im kommenden Jahr wirksam. Das bisher geplante Sparpaket von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) sieht ein Finanzpolster für die Krankenkassen von einer Milliarde Euro vor, hieß es in Koalitionskreisen, auf die sich die „Bild“ beruft. Unter Berücksichtigung dieses Polsters dürfte die Finanzierungslücke im Jahr 2027 bei 2,5 Milliarden Euro liegen.
Für 2028 wird die Lücke auf 1,9 Milliarden Euro beziffert, für 2029 auf 4,4 Milliarden Euro und für 2030 auf rund 5,8 Milliarden Euro, berichtet die „Bild“ unter Verweis auf Koalitionskreise.
Beratung im Bundestag
Am Freitag berät der Bundestag in erster Lesung über die Gesundheitsreform, wie die „Bild“ meldet. Die geplanten Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Finanzen der gesetzlichen Krankenkassen zu stabilisieren und die absehbaren Milliardenlöcher zumindest teilweise zu begrenzen.
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