Niedersachsens Ministerpräsident warnt vor Verunsicherung durch mögliche Werksschließungen.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies (SPD) hat im Streit um mögliche Werksschließungen bei Volkswagen Klarheit vom Konzern gefordert. „Wir brauchen jetzt Klarheit, die Verunsicherung muss aufhören“, betonte Lies nach einem Krisentreffen mit den Oberbürgermeistern der VW-Standorte Osnabrück, Braunschweig, Emden, Hannover, Salzgitter und Wolfsburg, wie das Handelsblatt berichtet. Der SPD-Politiker verlangte Perspektiven und Sicherheit für die betroffenen Standorte, die durch den angekündigten Sparkurs des Autobauers bedroht sind. Zuvor hatte VW-Chef Oliver Blume angekündigt, noch in diesem Jahr ein neues Sparpaket zu verabschieden, das bis zu 50.000 weitere Stellen und vier Werke in Frage stellt.
VW streicht 35.000 Jobs bei Kernmarke
Bis 2030 sind bereits 50.000 Stellenabbau in Deutschland geplant, davon 35.000 bei der Kernmarke VW. Blume hatte Werksschließungen in Emden, Zwickau, Hannover und Neckarsulm als „letzte Option“ bezeichnet, die er gern vermeiden wolle, wie das Handelsblatt weiter schreibt. RTL berichtet, dass Lies bei dem Treffen mit den Oberbürgermeistern die Notwendigkeit betonte, gemeinsam Lösungen zu finden.
Kommunen fürchten Werksschließungen bei VW
Die Kommunen seien bereit, Veränderungen mitzutragen, um die Standorte zu sichern. Emdens Oberbürgermeister Tim Kruithoff (parteilos) sprach von einer „großen Phase der Verunsicherung“, während Salzgitters Oberbürgermeister Frank Klingebiel (CDU) die gemeinsame Suche nach Lösungen hervorhob. Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay (Grüne) kritisierte, Volkswagen habe eine „erschreckende Botschaft“ verbreitet und fordere nun Ideen statt bloßer Sparpläne.
Osnabrücks OB für Rüstung als Alternative
Auch Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) zeigte sich offen für alternative Nutzungen der Standorte, etwa in der Rüstungsindustrie, falls die Automobilproduktion nicht fortgesetzt werden könne. Volkswagen selbst äußerte sich auf Anfrage von RTL Nord nicht zu dem Treffen. Die nächste Aufsichtsratssitzung des Konzerns ist für September geplant.