Der Vorsitzende der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, Karl Haeusgen, hat sich für eine Anhebung der Einkommen- und Erbschaftsteuer ausgesprochen. Voraussetzung sei, dass zusätzliche Einnahmen gezielt in Bildung und Infrastruktur fließen und die Lasten gerecht verteilt werden, sagte er der „Rheinischen Post“.
Höherer Spitzensteuersatz für Investitionen
Karl Haeusgen, Chef der Wirtschaftsvereinigung der Grünen, knüpft seine Zustimmung zu einer Erhöhung des Spitzensteuersatzes an konkrete Gegenleistungen des Staates. „Der Spitzensteuersatz beim Einkommen kann steigen, wenn wir mehr in Bildung und Infrastruktur investieren“, sagte Haeusgen der „Rheinischen Post“. Starke Schultern könnten mehr tragen als schwache, fügte er hinzu. Wichtig sei ein „Gesamtpaket, zu dem alle etwas beitrügen“.
Im selben Zusammenhang forderte Haeusgen strukturelle Veränderungen in zentralen Sozialsystemen. Es brauche „einschneidende Gesundheits- und Rentenreformen“, sagte er der „Rheinischen Post“. Diese seien seiner Ansicht nach auch vermittelbar. „Wenn die Menschen sähen, dass es gerecht zugehe, machten sie auch mit“, so Haeusgen weiter gegenüber der Zeitung.
Unternehmer spricht sich für höhere Erbschaftsteuer aus
Der frühere Präsident des Maschinenbauverbands VDMA begrüßt nach eigenen Angaben die Forderung der Grünen nach einer höheren Erbschaftsteuer. Er denke, die Grünen würden „hier etwas Gutes vorlegen“, sagte Haeusgen der „Rheinischen Post“.
Persönlich profitiere er von den derzeitigen gesetzlichen Regelungen, erklärte der Unternehmer. „Wenn er 78 Jahre alt werde, habe er seinen drei Kindern dank guter Steuerberatung das Unternehmen vermacht, ohne dass Erbschaftsteuer anfalle“, berichtete Haeusgen laut „Rheinischer Post“. Er bewertete dies allerdings kritisch: „Aber das ist doch nicht gerecht. Familien wie wir sollten Erbschaftsteuer zahlen“, sagte Haeusgen weiter.
Rahmenbedingungen für Unternehmensnachfolge
Mit Blick auf die wirtschaftlichen Auswirkungen einer höheren Erbschaftsteuer auf Familienunternehmen mahnte Haeusgen zugleich verlässliche Rahmenbedingungen an. Wichtig sei, „dass die Fristen lang seien, sodass die Substanz des Unternehmens nicht angegriffen werden müsse, sondern die Steuer aus den Dividenden gezahlt werden könne“, sagte er der „Rheinischen Post“.
✨ mit KI bearbeitet