Die SED-Opferbeauftragte des Bundestages, Evelyn Zupke, verlangt eine verbindlichere Vermittlung der DDR-Geschichte an Schulen. Jeder Schüler solle mindestens einmal eine Gedenkstätte besuchen, um die Diktatur als Unrechtsstaat zu begreifen.
Verbindliche Aufklärung gefordert
Zupke sagte der "Rheinischen Post": "DDR-Geschichte wird oft nicht verbindlich genug in der Schule behandelt. Das ist ein Problem." Sie habe "die Sorge, dass die SED-Diktatur zu einer bloßen Fußnote der Geschichte" werde. Das wäre "gefährlich, gerade in einer Zeit, in der die Generation der Zeitzeugen immer kleiner" werde, warnte Zupke.
Jeder junge Mensch sollte wissen, wer Erich Honecker war und was die deutsche Teilung bedeutete. Trotz des föderalen Bildungssystems müssten Wege gefunden werden, das Thema besser abzusichern – in Ost wie in West, mahnte sie.
Zupke sagte weiter, sie würde sich wünschen, dass jeder Schüler wenigstens einmal eine "Gedenkstätte zur zweiten deutschen Diktatur besucht". Ziel müsse sein, dass jeder die Schule mit einem "klaren Wissen darüber verlässt, was die DDR war – und das Verständnis entwickelt, dass es sich um eine Diktatur und einen Unrechtsstaat gehandelt hat".
Zudem sprach sich Zupke dafür aus, die Erinnerung an die Opfer der DDR in die Öffentlichkeit zu tragen. Straßennamen seien eine Art kollektives Gedächtnis und machten Geschichte sichtbar. Daher sei es wichtig, Freiheitskämpfer der Friedlichen Revolution zu würdigen. Auch die Sichtbarkeit von Zeitzeugen in der Öffentlichkeit sei unverzichtbar. Sie müssten Raum bekommen, um über ihre Erfahrungen in der Diktatur sprechen zu können, mahnte sie.
Am Donnerstag wird der 65. Jahrestag des Baus der Berliner Mauer begangen.