Mehr als jede zweite Frau mit Rente nach 45 Versicherungsjahren erhält weniger als 1.450 Euro monatlich. Bei den Männern sind es bundesweit 21,5 Prozent. Besonders betroffen ist Ostdeutschland.
Regionale Unterschiede bei den Rentenzahlbeträgen
Die Daten basieren auf einer Statistik der Deutschen Rentenversicherung, die das Bundesarbeitsministerium in einer Antwort auf eine schriftliche Frage der Linken zitiert. Demnach lag der Anteil der Frauen mit weniger als 1.450 Euro bei 53,6 Prozent. Bei den Männern waren es 21,5 Prozent, was ohne weiteres Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt.
Die Bundesregierung betont jedoch, dass aus der Höhe der Altersrente nicht auf das Alterseinkommen geschlossen werden kann, da weitere Einkommen nicht berücksichtigt seien.
In Ostdeutschland fallen die Zahlbeträge besonders niedrig aus. In Sachsen-Anhalt erhielten fast 40 Prozent der Männer mit Rente nach 45 Beitragsjahren weniger als 1.450 Euro, in Sachsen waren es fast 45 Prozent. In Nordrhein-Westfalen lag der Anteil bei 15,3 Prozent.
Mandy Eißing, Sprecherin der Linken-Bundestagsfraktion für Ostdeutschland, warnte: „Eine Abschaffung der Rente für besonders langjährig Versicherte würde den Osten mit voller Härte treffen.“ Gerade im Osten, wo viele Menschen allein auf die gesetzliche Rente angewiesen seien, würden sich Abschläge deutlich bemerkbar machen.
Die rentenpolitische Sprecherin der Linken, Sarah Vollath, kritisierte, eine Abschaffung der Rente für besonders langjährig Versicherte bedeute Abschläge und damit noch niedrigere Renten. Das sei eine Rentenkürzung und eine Aberkennung der Lebensleistung vieler Beschäftigter.