Flix-CEO André Schwämmlein sieht in einem möglichen Markteintritt der Privatbahn Italo keine Gefahr für Flixtrain, sondern vor allem eine Herausforderung für die Deutsche Bahn. Zugleich kündigt er an, das Angebot von Flix mit neuen Hochgeschwindigkeitszügen und engerer Verzahnung mit dem Nahverkehr deutlich auszubauen.
„Dies wird sehr stark zulasten der Deutschen Bahn gehen“
Flix-CEO André Schwämmlein bewertet die Pläne der italienischen Privatbahn Italo für einen Einstieg in den deutschen Markt vor allem als Problem für die Deutsche Bahn (DB). „Sollte Italo sich entscheiden, in den Markt zu gehen, wird dies sehr stark zulasten der Deutschen Bahn gehen“, sagte Schwämmlein dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Freitagausgaben). Flix selbst sehe sich durch einen möglichen neuen Wettbewerber nicht entscheidend bedroht.
Nach den Worten Schwämmleins hat Flix seit 2018 ein komplementäres Angebot zu dem der Deutschen Bahn aufgebaut. Das Unternehmen verstehe sich demnach nicht als direkter Ersatz für bestehende Bahnangebote, sondern als Ergänzung dazu, insbesondere im Fernverkehr.
Ausbau des Angebots mit neuen Talgo-Zügen
Flix will seinen Kurs des günstigen Bahnfahrens fortsetzen und das bestehende Angebot deutlich vergrößern. Auch mit den 65 neuen Talgo-Zügen, die Flix für 2028 geordert hat, will Schwämmlein am Konzept festhalten. Zugleich soll die Zusammenarbeit mit dem Nahverkehr noch enger werden, um zusätzliche Fahrgäste auf die Züge zu lenken.
„Wir wollen zig Millionen zusätzliche Passagiere auf die Schiene bringen“, sagte Schwämmlein dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Ab 2028 werde Flix nach seinen Angaben „ein Hochgeschwindigkeitsnetz auf Augenhöhe“ mit der DB anbieten. Mit den neuen Zügen soll dieses Netz aufgebaut und der Marktanteil im Schienenverkehr erhöht werden.
Regeln für Trassenzugang und Rahmenverträge
Mit Blick auf Italo äußerte sich Schwämmlein auch zu den regulatorischen Rahmenbedingungen für neue Anbieter auf der Schiene. Die neue, von der Bundesnetzagentur vorgeschlagene Eigenbelegungsquote ermögliche Neueinsteigern keinen besseren Trassenzugang, sondern löse lediglich in Ausnahmefällen Konflikte, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
Der italienische Anbieter Italo hätte sich besonders lukrative Trassen gerne über mehrjährige Rahmenverträge gesichert. Dies hatte die Bundesnetzagentur jedoch abgelehnt, wie aus den Ausführungen Schwämmleins hervorgeht. Anfang der 2030er Jahre solle es dazu eine EU-weite Regelung geben.
