Ein großes Schild kündigt eine Fahrbahnverengung von drei auf eine Spur an, mehr als ein halbes Dutzend Absperrbaken stehen scheinbar wahllos auf dem Natruper-Tor-Wall – und dennoch ist weit und breit keine Bautätigkeit zu sehen. Wir haben nachgefragt, was es mit dieser „Geisterbaustelle“ auf sich hat, und festgestellt: Unter der Fahrbahn wird sehr wohl gearbeitet.
Aber erst einmal lohnt ein Blick ins Artikelarchiv der HASEPOST. Tatsächlich haben wir bereits in der vergangenen Woche über die geplante Baustelle berichtet. Die Stadtwerke teilten mit, dass ein in die Jahre gekommener Mischwasserkanal am Wall saniert werden soll. Losgehen sollte es am Montag. Doch außer einigen Absperrbaken war vor dem Stadthaus nichts zu sehen, während am Helmut-Kohl-Platz bereits eifrig gebuddelt wurde.
Eine Baugrube, um das Wasser abzudrehen
Von dieser einige Hundert Meter vom Stadthaus entfernten Baugrube, erklärt Stadtwerke-Pressesprecher Marco Hörmeyer, erfolgt die sogenannte „Wasserhaltung“. Dabei wird sichergestellt, dass während der folgenden Arbeiten möglichst kein Wasser in den betreffenden Kanalabschnitt gelangt und die Sanierung unter kontrollierten Bedingungen durchgeführt werden kann.
Innovatives Verfahren vermeidet eine deutlich größere Baustelle
Die eigentlichen Arbeiten finden jedoch am Natruper-Tor-Wall statt. Dort wurde der Kanaldeckel – im Fachjargon die Schachtöffnung – vergrößert. Anschließend spielt sich das Wesentliche unter der Erde ab – und bleibt den Autofahrern im Stau verborgen.
„Ein mit Kunstharz getränkter Schlauch wird in den bestehenden Kanal eingezogen und anschließend ausgehärtet. Dadurch entsteht im Inneren des alten Kanals ein neues, dauerhaft dichtes Rohr, ohne dass die Leitung auf großer Länge ausgegraben werden muss“, erklärt Hörmeyer das sogenannte Schlauchliner-Verfahren.
„Nach dem Einbringen wird der Schlauch im Kanal positioniert und ausgehärtet. Anschließend erfolgen abschließende Arbeiten wie die Wiederherstellung der Anschlüsse und die technische Kontrolle des sanierten Kanalabschnitts. Die Arbeiten sollen weiterhin im August abgeschlossen werden; kleinere Restarbeiten sind für Anfang September vorgesehen.“
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